Pandas, chinesische Sternzeichen und Tempel

Wir haben Pandas gesehen – viele! Alle LIVE! Wir waren in Chengdu in der Forschungsstation zur Aufzucht von Pandabären. Hier leben über 120 Tiere und es werden immer mehr. Wie alles in China ist es riesig, teilweise kitschig und irgendwie übertrieben und es sind viele, viele Menschen dort. Die Tiere sind nicht sehr aktiv und so gehörte der Besuch nicht unbedingt zu den Highlights unserer Reise. Auch wenn so ein Pandabär natürlich super süß aussieht… Chengdu ist die Hauptstadt der Provinz Sichuan und hat etwa 14 Millionen Einwohner (Stand von 2010). Wir fahren da mit unseren Motorrädern mitten rein. Da brauchen wir schon etwa eine Stunde bis wir im Zentrum sind! Abends gibt es den berühmten HOT POT – eine Art Fondue… und der Name kommt nicht vom heißen Fett. Der Hammer ist: vor den meisten Restaurants warten die Gäste bis zu 2 Stunden, um an einen Tisch zu kommen. Dafür kann man aber die Getränke am Kiosk kaufen und auch ins Restaurant mitnehmen.

Panda Bär in Chengdu
Chinesinnen lieben Kitsch – und ihr Smartphone
Wir fahren nach Chengdu ins Zentrum
Vor dem Restaurant wartet man auf einen Tisch…
Hot Pot – nicht so sehr scharf für die Touris 🙂

Am Tag danach fahren wir wieder auf die G 108 und erleben eine tolle Bergwelt. Südlich von Chengdu gibt es echtes Pandagebiet, hier leben über 1000 Tiere in der Wildnis. Die Straße schlängelt sich durch über 3000 Meter hohe Berge und wir spähen angestrengt ins dichte Grün…Doch die einzigen Pandas die wir entdecken, sind die auf den Warnschildern.

Die Heimat der Pandas
Pandasichtung!!!

In den kleinen Bergdörfer bewundern wir die Frauen in ihrer traditionellen Kleidung. In China leben 56 verschiedene Volksstämme. Und deutlich ist hier im Süden zu sehen, dass die Han Chinesen weniger vertreten sind als im Norden und die Volksstämme hier sehr viel traditioneller leben. Es wird überall sehr viel auf kleinen Parzellen per Hand angebaut und geerntet. Wir fahren vorbei an Reisfeldern, Tabak, Mais, Bananenstauden und Tee. Alles ist unglaublich grün, unglaublich viel Natur – da muss es eben auch manchmal regnen. Insgesamt haben wir nur einen schrecklichen Fahrtag im heftigen Regen und sonst manchmal eben einen Schauer. Die Temperaturen sind meist zwischen 25 – 32 Grad. Wir können uns wirklich nicht beschweren.

Mais und Reis wird überall zum Trocknen ausgebreitet
Viele Frauen tragen ihre Tracht

Aufgrund der regelmäßigen Regenfälle kommt auch manchmal etwas Berg auf die Straße. Wir sehen mehrere Erdrutsche auf unserem Weg, wobei zwei kurz hintereinander richtig heftig sind. Einmal müssen wir über etwa 2 Meter hohe Erde/ Matsch rutschen und wenige Meter weiter rieseln noch die Felsbrocken auf die Fahrbahn. Kurzerhand räumen die Männer den Weg frei, während einer immer nach oben schaut und wir düsen schnell vorbei – PUH! Die Alternative wären 100 km Umweg und bei den vielen Kilometern, die wir täglich fahren ist das für uns keine Option.

Wir ziehen mal wieder Regenkleidung an
hier ist der Berg mal auf die Strasse gerutscht
…und hier fallen noch regelmäßig Brocken runter
Weg freiräumen immer mit dem Blick nach oben

In Shimian kommen wir auf dem Hotelparkplatz an und drei kleine Mädchen beobachten genau wie wir unsere Sachen abpacken. Eine spricht ein wenig englisch und ich freunde mich mit ihr an. Kurze Zeit später läuft sie weg und kommt mit einem kleinen Armband wieder. Es ist ihr Sternzeichen, welches sie mir als Glücksbringer schenken möchte! Ich bin total gerührt und mit der Unterstützung von Yingchu bedanke ich mich sehr herzlich bei ihr. Die kleine Ratte/Maus wird mich jetzt immer begleiten und mich an das fröhliche Mädchen in Shimian erinnern – und an meine Mutter und an meine Cousine Gritolina, die auch beide in diesem chinesischen Sternzeichen geboren sind.

Ja und dann fahren wir nach Lijang!! Hier ist China so, wie man sich China romantisch vorstellt. Eine wunderschöne Altstadt, die unendlich viele sehenswerte Ecken hat. Es gibt viele Shops und Restaurants und natürlich (wie nicht anders zu erwarten) auch viele Besucher. Jedoch bei allem Kommerz, hat es unheimlich viel Charme und strahlt an vielen Stellen eine tolle Energie aus. Hier wäre ich gern länger geblieben….

Lijang ist wunderschön
Tradition und Moderne

Wir erobern am Abend mit der ganzen Gruppe die verwinkelte Altstadt und probieren viele Leckereien. Am nächsten Morgen schlendern wir zu zweit und vor allem abseits der Hauptwege und entdecken so viel Schönes. Einen sehr bewegenden Moment erleben wir in einer buddhistischen Tempelanlage in der gerade das 11 Uhr Gebet stattfindet. Hier beten hauptsächlich Nonnen und die Besucher sind auch überwiegend Frauen. Deshalb möchten wir für unsere Mütter Räucherkerzen entzünden. Ein kleines Mädchen klärt uns auf, dass wir 3 nehmen müssen und so entzünden wir jeweils 3 Räucherkerzen und stecken sie zu den anderen in den Schrein. Durch den Rauch sehe ich ein sehr alte Frau sitzen, die andächtig den Gebeten lauscht. Dieser Moment in der Tempelanlage in Lijang wird uns noch lange in Erinnerung bleiben…

Die Tempelanlage in Lijang
Wir entzünden Räucherkerzen

ride2seetheworld

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