Kalksteinterrassen und Wildcampingplätze

Aus Bergama fahren wir in einem großen Bogen, um Izmir zu vermeiden, in Richtung Pamukkale. Wir versuchen immer wieder den langweiligen 4-spurigen Straßen auszuweichen – das ist leider nicht so einfach. Wir haben das Gefühl, die ganze Türkei besteht entweder aus riesigen, geraden autobahnähnlichen Megastrassen oder aus mehr oder weniger unbefestigten Wegen. Auf der Suche nach einem Wildcampingplatz werden wir an einem Fluss fündig. Wunderschön, umgeben von hohen Sträuchern am natürlichen Flusslauf mit Schildkröten, Reihern, Storchen, Kormoranen und jede Menge anderen Vögeln. Der einzige Bauer, der uns besucht, möchte uns unbedingt da nahe Seeufer empfehlen, aber wegen des Windes bleiben wir lieber genau hier – zwei wunderschöne ruhige Tage lang. Dino macht Drohnenaufnahmen, wir sortieren Bilder, schreiben, quatschen, kochen, machen ein Lagerfeuer und lassen es uns gut gehen.

Unser Platz am Fluß mit der Drohne aufgenommen
In solchen Läden kaufen wir gern ein

Wir erreichen Pamukkale und quartieren uns für 2 Nächte in einem Hotel ein, das sehr empfänglich für Preisverhandlungen ist und in Laufweite zu den Sehenswürdigkeiten. Wir zahlen schließlich für 3 Personen, 2 Nächte mit Frühstück keine 40 Euro. So können wir ganz entspannt die berühmten Kalksteinterrassen erforschen.

Wir haben Spaß…
Auch bei grauem Wetter wunderschön

Da wir teilweise Regen haben, wechseln die Wassertemperaturen ab – das warme Thermalwasser mit dem kühlen Regenwasser. Wirklich beeindruckend was die Natur hier wieder geschaffen hat. Und täglich kommen noch immer 250 Liter kohlensäurehaltiges und kalziumreiches Thermalwasser aus den Quellen. Baden gehen wir hier aber nicht – das ist uns echt zu sehr Touri-nepp: sehr hohe Preise bei Eintritt, Essen und Trinken und keine schöne Kulisse mit x-Burgerbuden neben den Thermalbecken…. Wir sind uns sicher, auf unserer Reise noch schönere heiße Quellen zu finden.

Begeisternd sind dann aber noch die Ruinen der antiken Stadt Hierapolis, die über den Kalksteinterrassen zu sehen sind. Besonders das Theater wurde wieder sehr gut aufgebaut und Reste von Kirchen, Grabstätten und anderen Gebäuden laden zum erkunden ein. Wir verbringen viel Zeit hier – der Eintrittspreis von 8 Euro (50 TL) ist schon viel Geld in diesem Land und wir nutzen ihn wirklich aus. Manchmal schauen wir schon etwas mitleidig auf die Teilnehmer der geführten Touren, die überall durchhetzen. Es fühlt sich so unglaublich gut an: Zeit zu haben!

Hierapolis erkunden wir mit viel Zeit
Wunderschöne Mohnblumen überall
Das Theater oberhalb der Kalksteinterassen
Detail aus dem Theater 🙂

Unsere Fahrt von Pamukkale in Richtung Kappadokien gehört zu den langweiligsten Fahrten der letzten 6 Monate. Die Straßen sind gerade, gerade, gerade und gerade. Wir erfreuen uns an unseren Stopps für einen Chai (Tee), an denen wir immer wieder eingeladen werden und an einem schönen Marktbesuch.

Auch in diesem kleinen Dorf werden wir wieder eingeladen zum Tee
Ich liebe Markszenen! (sagte ich wohl schon mal:-))
Märkte sind soooo schön
okay – ein Bild von der Tankstelle…. in Anatolien gibt es wirklich unglaublich viele Traktoren und viele neuwertig

Absolutes Highlight ist jedoch das Erlebnis bei der Suche nach einem Schlafplatz. Auf der Karte haben wir den Egirdir See gefunden (hier gibt es auch eine tolle Straße am See!!!!!), an diesem See möchten wir gern schlafen. Da es windstill ist, suchen wir einen Platz direkt am Ufer, was nicht ganz leicht ist. Alles ist Privatbesitz, Militärgebiet oder nicht erreichbar. Auf einer eingezäunten Obstplantage sehen wir ein Haus und Menschen…also halten wir an, ziehen unsere Helme ab und gehen fröhlich direkt zum Haus, um nach einem Platz für unsere zwei Zelte zu fragen. Welch Überraschung: Ibrahim, der Besitzer der Plantage und Hausherr spricht sogar etwas englisch. Robert kann also seinen Googletranslator wieder einpacken und wir werden wie selbstverständlich eingeladen unsere Zelte am See aufzustellen und später noch zu einem Dessert und Tee zur Feiergesellschaft dazu zu kommen. Übernachten am See mit Familienanschluß. Und was für ein Platz am See!!! Mit Sitzgelegenheit und ABSOLUTER Ruhe. Als wir am nächsten Morgen bereits abgebaut haben, fragt Ibrahim uns warum wir schon abreisen…. Das hätte er mal früher fragen sollen 😊.

Ibrahims Grundstück mit Strand – hier bleiben wir gern
Unser Haus am See

Nach einer weiteren Übernachtung bei der wir einen netten afghanischen Hirten kennenlernen, kommen wir in Kappadokien auf dem viel empfohlenen Kaya Campingplatz an. Wieder mal sind wir die einzigen Gäste. Der Ausblick ist aber wirklich fantastisch!!! Im nächsten Blog gibt es dann die Geschichten aus Kappadokien…

ride2seetheworld

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