Wir sind in den Anden!
Wir sind in den Anden!

Wir sind in den Anden!

Das klingt für uns selbst so unglaublich, irgendwie so unerreichbar, so wahnsinnig weit und doch ist es plötzlich ganz real!
Wir schrauben uns vom Flachland im Norden Kolumbiens innerhalb von kurzer Zeit hoch auf 2100 Meter über N. N. und können es noch immer nicht glauben. Wir fahren mit Daffy und Daky durch die Anden. Hier in Kolumbien bestehen die Anden aus 3 parallel verlaufenden Bergketten – den 3 Cordilleras. Zur Zeit befinden wir uns in der östlichsten Bergregion: Wir sind in der Cordillera Oriental!

Kleine Erdkundestunde von Kolumbien 🙂

Unser erstes Ziel in diesen beeindruckenden Bergen hätte nicht schöner sein können. In der Nähe der kleinen Stadt Barichara haben vor 13 Jahren Julia und Joep, zwei Holländer, ein traumhaftes Fleckchen Erde gekauft und inzwischen ist es ein Treffpunkt für Overlander geworden. Ihr Campingplatz liegt an einem Berghang und überblickt ein riesiges Flusstal. An den gegenüberliegenden Hängen verfangen sich die weißen Schäfchenwolken und stündlich wechselt das Panorama. Stundenlang können wir in das Tal schauen und die Energie der Berge dabei spüren.
Der Platz ist von Natur umgeben und außer der Tierstimmen hören wir hier nix.

So lieben wir das – die Villa Verde steht in den Anden
Unser Ausblick
Joep macht noch ein Bild von uns

Eine Wanderung von etwa einer Stunde bringt uns ins Städtchen Barichara. Kleine aus natürlichen Materialien erbaute Häuser, Straßen mit Kopfsteinpflaster und natürlich ein kleiner grüner Park vor der Kirche. Wie nett hier alles ist. Wir schlendern durch die Straßen, besuchen einen Aussichtspunkt um wieder einen Blick auf das Flusstal zu werfen und bestaunen den Friedhof. Hier gibt es sehr viele Gräber an denen man den Beruf oder die Leidenschaft das Verstorbenen erkennen kann. Häufig wurde auch ihr Hut in Stein dargestellt. Der alte Mann, der uns mit seinem Radio in der Hand so nett anschaut, war bestimmt ein besonders freundlicher Mitbürger…  

Wir wandern ins Städchen und finden das hier unterwegs
Barichara
Der wunderschöne Friedhof
Alter Mann mit Radio

Die andere Seite der Berge lernen wir am Dienstag kennen. Bei 16 – 18 Grad fahren wir fast den ganzen Tag im Regen. Manchmal schüttet es so heftig, dass wir nichts mehr sehen können und die Straßen überflutet sind. Immer wieder halten wir an, warten auf die nächste Regenpause, trinken etwas Warmes und hoffen auf Besserung. Die tritt nicht ein. So gönnen wir uns ein Hotelzimmer in Villa de Leyva und essen im Restaurant des Hotels. Als Aufmunterung bestellen wir ein Aguapanela mit Schuß. (ganz typisches Getränk in Kolumbien: warmer Zuckerrohrsaft) Einer der seltenen Tage auf unserer Reise an dem wir uns einen Camper wünschen.

Am nächsten Morgen schlüpfen wir in die noch immer nassen Handschuhe, verstauen so manches feuchte Kleidungsstück und hoffen auf eine trockene Fahrt. Das erste Mal seit vielen Monaten tragen wir lange Unterwäsche und versuchen uns an die 35 Grad an der Küste zu erinnern….

Schnell verfliegt der Wunsch nach einem Camper, weil wir auf den geschlängelten Bergstraßen das Fahren so richtig genießen können und bei jedem LKW den wir überholen, freuen wir uns wie schnell wir vorbei sind (was bedeuten nochmal die zwei durchgezogenen Mittelstreifen?). Die nächsten Tage bleiben wir auf einer Höhe von 2.000 – 2.800 Metern über N.N. und gewöhnen uns langsam auch wieder an die Temperaturen.

Wir sind in den Anden! Cool oder?? (im wahrsten Sinne des Wortes)

Von unserem Freund Pablo aus Medellín (den wir bisher noch nicht persönlich getroffen haben) erhalten wir den Tipp doch unbedingt die Salzkathedrale in Zipaquirá zu besuchen. Danke Pablo für den tollen Tipp! Wir buchen uns in einem nahen Hotel ein und sind morgens um 9 Uhr die ersten Besucher. Die gesamte Anlage ist riesig und sehr, sehr touristisch aufgezogen, täglich werden hier hunderte Besucher durchgeschleust. Der eigentliche „Inhalt“ ist aber unschlagbar schön und besonders. In einem Salzbergwerk etwa 200 Meter unter der Erde wurde von den Bergleuten eine riesige Kathedrale und 14 kleine Kapellen geschaffen. In den Kapellen finden wir die Kreuzwegstationen und dank eines wirklich sehr guten Audioguides erfahren wir auch viele Details darüber. Die Kathedrale besteht aus drei Kirchenschiffen und lässt uns in ihrer Größe und mit der tollen Beleuchtung ganz andächtig werden. Allein das Kreuz im Hauptschiff hat eine Höhe von 16 Metern. Wunderschöne Skulpturen stehen im Kontrast zu dem grob behauenen Salzstein und bekommen dadurch eine noch stärkere Wirkung. Wir lassen uns über zwei Stunden Zeit und erkunden alle Gänge und schauen zum Abschluss noch einen tollen Film über die Geschichte der Salzgewinnung in dieser Region. Cathedral de Sal de Zipaquirá! WOW!

Schon der Zugang zur Kathedrale ist wunderschön
Das Hauptschiff der Kathedrale hat Platz für 3000 Menschen
Die Erschaffung des Menschen und im Hintergrund das Kreuz am Altar

Da die Anden einer der längsten Gebirgszüge der Erde sind, werden wir noch einige Monate in und an diesen faszinierenden Bergen reisen. Ganz Südamerika ist geprägt von dieser Bergwelt – und wir sind mittendrin.

ride2seetheworld

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