Samarkand und das Grenzgebiet

Heilige Wasser von Usmat, Bienentrucks, Temperaturen von 40 bis 7 Grad, getrocknete Kefirkugeln, Wasserquerungen, Wildcamping….

Usbekistan hat das schlechteste Internet von allen Ländern, die wir bisher bereisten. Und wen treffen wir auf unserem Weg in den Zaamin Nationalpark? Mukhammad Usmonov, der gerade eine Telekommunikationsfirma aufbaut, die das Monopol von Uztelekom durchbrechen wird. Wie trifft man einen solchen Mann? Wir stehen einfach mit unseren Motorrädern am Straßenrand und er hält an und läd uns zu sich nach Hause ein. Wir sind unterwegs mit Patric und mit Adrian, 4 x BMW, 4 x die gleichen Ziele für die nächsten Wochen. Bei Mukhammad zuhause erleben wir einen sehr wohlhabenden Haushalt auf dem Land. (welch Kontrast zu der Lehmhütte von letzter Woche) Hier zeigt man was man hat und ist stolz darauf. Seine Frau Dilly ist mit dem ersten Kind schwanger und auch die Hochzeitsfotos bestaunen wir. Selbstverständlich wurden diese vor den Sehenswürdigkeiten von Samarkand geschossen, wo auch wir bereits einige Brautpaare beim Fotoshooting beobachten konnten. Leider sitzen hier mal wieder die Frauen nicht mit am Tisch, sondern verwöhnen uns mit Süßigkeiten, Nüssen, Gebäck, Salat und total leckerem Plov (Reisgericht). Als wir uns verabschieden, fährt Mukhammad mit Warnblinker noch einige Kilometer vor uns her und hält dann an einer besonderen Stelle. Die heiligen Wasser von Usmat sind heute an einem Sonntag sehr besucht von Familien, die hier picknicken und gekommen sind, um das heilige Wasser zu trinken. Auch wir nehmen einen kräftigen Schluck aus der blubbernden klaren Quelle und fühlen uns gleich noch besser. 😊 Ein besonderes Erlebnis und bestimmt ein Ort, an dem es noch nicht viele Touristen gab – wir werden entsprechend überall angesprochen und eingeladen.

Bei Mukhammad zuhause
An den heiligen Wassern von Usmat

Doch uns zieht es weiter in die Berge: zwei Tage wildcamping mit Lagerfeuer und Pisten, die es wirklich in sich haben. Unterwegs halten wir an ein paar Bienenwagen an. Hier leben die Imker mit den Bienen gemeinsam auf den Anhängern. Alexandr holt eine Karte, die bestimmt 50 Jahre alt ist und erklärt uns ausführlich auf usbekisch den Weg. Wir fahren entlang der tadschikischen Grenze und begegnen auch einigen Grenzkontrollen zu Pferde mit umgehängtem Gewehr. Morgens um 6 Uhr geweckt zu werden für eine Passkontrolle inklusive. Je näher wir dem Nationalpark kommen, umso mehr andere Fahrzeuge treffen wir. Offensichtlich ist es auch ein Ausflugsziel für manche Usbeken, was der kleine Markt am Straßenrand beweist. Hier lerne ich getrocknete Kefirkugeln kennen und die Frauen lachen mit mir, als ich mein Gesicht verziehe beim testen. Auch hier werden wir wieder umringt von allen Besuchern. Wir sind überall eine Attraktion und die Anzahl der Fotos die von uns gemacht werden, können wir gar nicht mehr zählen. Zwischendurch verabschiedet sich Adrian von uns. Er ist der einzige, der ein Visum für Tadschikistan hat und möchte unbedingt heute noch einreisen. Wir genießen die wunderschöne Landschaft hier, sind jedoch auch etwas besorgt, da wir bereits seit 11 Tagen auf das Visum warten, welches normalerweise 2-3 Tage dauert. Um entsprechende Nachforschungen machen zu können, fahren wir nach 2 Tagen in den Bergen zurück ins Amir Hostel nach Samarkand, indem wir bereits 4 entspannte Tage vorher verbracht hatten.

Bienenwagen stehen am Wegesrand
Zelten in der Nähe der Bienenwagen
Wasserspeicher am Zaamin Nationalpark

Ehrlich gesagt haben wir uns nicht sehr viel von der berühmten Seidenstraßenstadt angesehen. Den Innenhof vom Hostel kennen wir jedoch sehr gut. Ein Grund warum wir hier solange bleiben: Das Internet ist gut und so können wir uns um unsere nächste große Herausforderung kümmern. Das Chinavisum!

Registan
Am Abend in einem Restaurant in Samarkand
Bazar
Fotoshooting am Registan
jeder möchte mit dem Brautpaar fotografiert werden – das geht stundenlang so
Ein Foto von Patric
Den Gulideckel musste ich euch zeigen 🙂

Wir haben uns entschieden mit einer geführten Tour von der Mongolei nach Laos zu fahren – quer durch China! Ohne Guide dürfen wir das Land nicht bereisen und deshalb hatten wir es bisher nicht in Erwägung gezogen. Doch nachdem wir Patric getroffen haben und er diese Tour gebucht hatte – haben wir uns kurzerhand auch dafür entschieden und müssen nun schnell allen nötigen Papierkram erledigen (PUH!)

Jetzt haben wir also einen Termin in der Mongolei Ende August! Wir fahren durch China! Und bis dahin müssen wir noch das Visum für Tadschikistan ENDLICH bekommen, muss das Russlandvisum und das Chinavisum erledigt werden und ganz nebenbei dürfen wir noch etwa 6.Tem000 km Motorrad fahren bis zur Einreise nach China… und jeden Tag neue Abenteuer erleben!

ride2seetheworld

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