Kirgisien – das Land der Jurten

Kirgisien heißt uns willkommen mit wunderschönen grünen Flächen und Jurten mit Pferden, Jaks und Kühen – wie im Bilderbuch. Das ganze Land ist einfach so unglaublich schön! Hier könnte man an jeder Ecke, nach jeder Bergkuppe und auf jeder Ebene anhalten und Bilder machen. Wir sind jetzt seit 8 Tagen in Kirgisien und ich könnte euch xxxx Fotos zeigen.

Die ersten Kilometer in Kirgisien nach dem Pamir
Wunderschöne Landschaften
Die Serpentinen sind unbefestigte Wege!

Die ersten beiden Tage haben wir in Osh verbracht. Daffy & Daky haben neue Schuhe bekommen. Zorro Moto ist eine von einem Engländer geführte Motoradwerkstatt und eine super Empfehlung für alle, die mal nach Osh kommen. Sie hatten die gewünschten Heidenau Reifen am Lager und sie wurden auch sofort gewechselt – Samstagmorgen um 11 Uhr und unsere beiden hüpfen wieder neu bereift durch die Lande. (Bei den Straßen ist „hüpfen“ meistens der richtige Ausdruck 😊)

Angesehen haben wir uns in Osh vor allem den Bazar, der wirklich nur für die Einheimischen ist und den Vergnügungspark. Wie in so vielen post-sowjetischen Städten gibt es hier unzählige Fahrgeschäfte, Schießbuden und Restaurants für die Familien mitten in der Stadt. Wir lieben es, einfach nur dazusitzen und zu beobachten. Nebenbei probieren wir natürlich auch immer die einheimischen Spezialitäten wie eingelegte Feigen und Kwas (ein Getreidesaft ohne Alkohol).

Die alten Männer spielen Schach
Ute, schau mal auf die Sitzkissen!!
Wir probieren alles… Getreidesaft schmeckt uns (auch ohne Alkohol)

Von Osh aus fahren wir durch atemberaubende Landschaften in Richtung Songköl, einen Bergsee in der Mitte des Landes. Für den Weg nehmen wir uns Zeit und bauen zweimal unterwegs in einsamen Gegenden unser Zelt auf. Die meisten Wege sind unbefestigt und wir kommen (auch wegen der vielen Fotostopps) nur langsam voran. Immer wieder fahren wir an Jurten vorbei und werden heran gewunken. Als uns Bek, ein 18-jähriger junger Mann heranwinkt, entscheiden wir uns, mit ihm zu kommen. So lernen wir seine Familie kennen, die im Sommer für 3 Monate hier auf 2500 Meter Höhe ihre Jurten aufgebaut hat. Sein Vater ist mit den Tieren unterwegs, seine 60-jährige Mutter und noch 3 weitere Geschwister freuen sich sehr, uns zum Tee, Brot und Stutenmilch einzuladen. Das jüngste der insgesamt 9 Kinder ist 6 Jahre alt! Der zahnlosen Mutter sieht man die Strapazen ihres Lebens an und wir stellen mal wieder fest, wie alt die Menschen bei so einem harten Leben aussehen.

Bei der Familie von Bek zu Besuch in der Jurte
An diesem Pass steht die Jurte

In einem kleinen Dorf halten wir an, da uns ein paar Regentropfen überlegen lassen, ob wir weiterfahren.  Also nehmen wir doch gern die Teeeinladung von einem Bauern an und Robert erhält als Gastgeschenk den typischen kirgisisch Hut, einen Kalpak. Ehrlichgestanden steht er ihm nicht sonderlich gut, also schenken wir ihn am nächsten Morgen an Adik weiter. Er ist der 7-jährige Hirte einer großen Pferdeherde, die uns zum Frühstück besucht. Adik isst die erste Banane seines Lebens aus meinem Müsliteller – achtet jedoch sehr darauf, dass die Haferflocken nicht an seinen Bananenstücken kleben bleiben. Als wir ihm den Kalpak schenken, strahlt er wie die kirgisische Sonne und steigt stolz auf seinen Esel, um der inzwischen weitergezogenen Pferdeherde zu folgen.

Wir wollen nur anhalten, um den Regen abzuwarten… Robert kommuniziert mit Google Translator und wir werden mal wieder eingeladen!
Der stolze Adik mit seinem neuen Hut

Der Songkül ist ein Bergsee auf 3000 Metern Höhe, im Sommer umgeben von Jurten mit riesigen Tierherden und auch von einigen Jurtencamps für die Touristen. Wir schlafen in unserer Villa Verde und können im Abendlicht die jungen Kirgisen beobachten beim typisch kirgisischen Volkssport „Bozkashi“, dem „Schafskadaver-Aufsammel-Spiel“ zu Pferd. Welch ein Spaß! Nicht so spaßig sind hier allerdings die unzähligen Mücken. Barbara hat in den letzten Tagen etwa 40 Stiche eingesammelt und verzieht sich trotz wunderschönem Sonnenuntergang lieber ins Zelt. Am nächsten Morgen beschließen wir den unbefestigten Pfad um den See herum zu nehmen und werden dabei von einem heftigen Gewitter mit Hagel „überredet“ bereits zur Mittagszeit in einem kleinen, einsam gelegenen Jurtencamp an der Nordseite des Sees zu bleiben. Das Essen ist lecker, die Mücken sind hier sehr viel seltener, die Familie herzlich und die Tiere an den Jurten können wir stundenlang beobachten. So erleben wir auch den Alltag der Nomaden mit Schafschlachten und Tiertreiben.

Überall Jurten und viele Tiere
Wir stellen die Villa Verde auf
Die Wiesen sind voller Edelweiss!
Der „Weg“ entlang des Sees
Jurtencamps
Hier wird gerade unser Abendessen geschlachtet
Die Kinder und Jugendlichen spielen zu Pferd im Abendlicht

Unsere zweite Nacht in einer Jurte nach unserer tollen Erfahrung an der kasachisch/usbekischen Grenze mit John und Edwin. Diese Art der Behausung gefällt uns besonders gut! Das Klima ist klasse, die Form und die Farbe geben Geborgenheit und wenn wir irgendwann mal wieder unsere Villa Verde eintauschen sollten, dann eventuell gegen eine Jurte! Auch die Flagge des Landes zeigt die stilisierte Darstellung eines Daches (Tündük) einer traditionellen kirgisischen Jurte. Kirgisien – das Land der Jurten!

ride2seetheworld    

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