Pamir

Vor sieben Tagen sind wir in Duschanbe, der Hauptstadt von Tadschikistan, gestartet und haben das bisher wohl größte Abenteuer auf unserer Reise in Angriff genommen: Das Tal des Flusses Pandsch, der Wakhan Korridor, der Pamir Highway im Hochgebirge von Tadschikistan. Unsere Route führte uns über Kulob, Qalai-Khumb, Khorog, Ishkashim, Langar, Alichur, Murghab, Karakul Lake.

Womit soll ich anfangen? Mit den unglaublichen Landschaften des Pamirgebirges? Mit dem Gefühl immer an der Grenze zu Afghanistan oder zu China entlangzufahren? Mit den Begegnungen mit den Tadschiken? Mit den Schwierigkeiten Lebensmittel einzukaufen? Mit den Temperaturschwankungen zwischen 38 und -5 Grad? Mit den fahrerischen Herausforderungen? Mit den körperlichen Wehwehchen?

Während unserer ganzen bisherigen Reise (und es sind schon fast 9 Monate) hatten wir noch nicht so viele schwierige Strecken in so kurzer Zeit. Hier wechselt sich #SchlaglochmitRestAsphalt, #Waschbrettpiste, #neuedickeSchotterschicht, #festerFelsen, #grobeSteine, #Flussdurchfahrten, #Sandpassagen, #roterMatsch oder #eineMischungausallem regelmäßig ab – und das auf etwa 1000 Kilometern. PUH!  So manches tut abends weh, wenn wir kaputt in unsere geliebte Villa Verde fallen. Beide haben wir 2x ungewollten Bodenkontakt, wobei wir uns beide ein Knie etwas verdrehen, die Beine und vor allem der kaputte Fuß wird von dem ununterbrochenen Stehendfahren sehr beansprucht und zusätzlich kommt noch die Belastung der Höhe dazu. Vor zwei Tagen haben wir immerhin auf 4000 Metern Höhe unser Zelt aufgebaut und der höchste Pass, den wir gefahren sind war 4655 Meter! Aber mit ein paar Globuli und einer Kopfschmerztablette war alles wieder gut.

auf dem Weg zum Pamirgebirge
Die Südroute zum Fluß Pandsch
Wir folgen lange dem Fluß und der Grenze nach Afghanistan
wunderschöne Bergwelt
rechts ist immer Afghanistan
Ausblick aus unserem Guesthouse in Qalai-Khumb
Tankstelle mit gutem Benzin

Seit ein paar Tagen hat Robert einige Herausforderungen mit dem Magen/ Darmtrakt und daher essen wir gerade nur selbstgekochtes oder Brot. Jedoch ist das einkaufen unterwegs in dieser Region wirklich nicht einfach. Die kleinen Läden haben eine sehr kleine Auswahl und wir suchen schon seit Tagen so etwas wie Haferflocken (oder gar Müsli). Als wir gestern nach Brot fragen, ruft der Shopbesitzer jemanden an, der mit zwei frischen Broten für uns nach 5 Minuten im Laden steht. Und dann lernen wir Kristin und Udo kennen, die mit einem wunderschönen MAN Truck unterwegs sind und die beiden schenken uns deutsches Müsli als Dankeschön für die Reperaturunterstützung!!! Welch riesige Freude!

Und warum das alles? Die Landschaft im Pamirgebirge ist einfach atemberaubend. Das kann ich gar nicht in Worten beschreiben und leider auch nicht so richtig fotografieren. So schön ist es hier! Der Fluss Pandsch ist alle paar Kilometer wieder ganz anders und überrascht immer wieder mit seinem sehr wechselnden Erscheinungsbild. Und während der gesamten Fahrt entlang dieses wunderbaren wilden Bergflusses schauen wir rüber nach Afghanistan. Nachdem wir den Fluss beim Khargushpass verlassen, wird die Bergwelt noch rauer und manchmal rutscht uns raus: So muss es auf dem Mond sein.   

Kharguspass

Wir finden tolle Plätze für unsere Nachtlager und fragen mal wieder auch bei den Einheimischen nach, wo wir zelten dürfen. Dabei lernen wir die wunderbare 14-jährige Romina kennen. Sie ist die jüngste von 5 Geschwistern und die einzige, die noch im Haus der Eltern lebt. Ihr Vater ruft sie als unsere Dolmetscherin, da sie etwas englisch sprechen kann. Er möchte uns sehr gern zu sich ins Haus einladen, doch wir bevorzugen es, unser Zelt neben dem Haus aufzustellen und freuen uns sehr an der fröhlichen und unbeschwerten Art von Romina. Wir schauen ihr zu, wie sie am Abend die Tiere in den Stall treibt. Außerdem lernen wir ihre Mutter und ihre 2 Tanten kennen und auch einen von ihren 7 Cousins, der sie plötzlich ganz schüchtern werden lässt…. Verliebte junge Mädchen gleichen sich überall auf der Welt!

Romina

Die letzten Kilometer vor Murghab und dann weiter entlang des Pamir Highways sind zum großen Teil gut zu fahren. Doch das Wetter wird immer rauer! Temperaturen tagsüber bis zu -5 Grad und teilweise Schneeschauer und Wind lassen uns so richtig die raue Bergwelt erleben. So schlafen wir zweimal in einem Guesthouse und lernen dabei Juri und Birk kennen – wieder eine so tolle Begegnung. Und immer wieder treffen wir Kristin und Udo – so auch auf dem Ak-Baital Pass auf 4655 Metern Höhe. Hier haben sie ihre Terrasse vor ihrem Truck ausgefahren und laden uns zu einem Glas Champagner ein. Das lässt schnell alle Strapazen vergessen!

Champagner auf der Passhöhe!
viele Murmeltiere sind hier
einige Yaks
Schafe und Ziegen

Der Weg bis zur Grenze nach Kirgisien führt immer entlang eines Stacheldrahtzaunes, der das Grenzgebiet zu China deutlich anzeigt. Die Fahrt ist wieder sehr anspruchsvoll und die schöne Teerstraße, die uns im grünen Kirgisien begrüßt, fühlt sich einfach traumhaft an. Jetzt werden wir Kirgisien genießen!

Unsere Villa am See auf 4000 Metern
NO WARS! (mit Waffe in der Hand)
Tierdung zum Heizen
Karakul Lake
Jurte

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