Emotionale Achterbahn

Manchmal ist das Reisen eine emotionale Achterbahn! Das Foto mit dem Elefantenwarnschild steht stellvertretend dafür. Einige Minuten bevor dieses Bild ensteht, fahren wir entlang einer gut ausgebauten, sehr wenig befahrenen Straße um zu einem Nationalpark zu gelangen. Das Fahren macht riesig Spaß, die Gegend ist schön, Wetter trocken und nicht zu heiß – alles perfekt. Und plötzlich sehen wir am Straßenrand drei wilde Elefanten im Farndickicht direkt neben der Straße stehen. Wir drehen um, halten, steigen ab und nähern uns langsam den wunderschönen Tieren. Eine Mutterkuh mit zwei jüngeren Tieren. Wir hören von weiter weg das Rufen von anderen Elefanten und sind ganz überwältigt von diesem Anblick und diesen Geräuschen. Irgendwann hebt die Elefantenkuh ihren Rüssel, schnuppert in unsere Richtung, wedelt mit den Ohren und kommt ein paar Schritte auf uns zu – uupps da waren wir wohl zu nah! Entschuldigung! Wir weichen zurück und schauen von der anderen Straßenseite zu, wie die drei weiterziehen. Überwältigend! So überwältigend, dass wir keine guten Fotos haben, weil wir einfach diesen Moment erleben wollten. Er wird uns auch so für immer in Erinnerung bleiben.

Versteckt hinter dem Farn stehen drei Elefanten
Kurz danach kommt die Elefantenkuh auf uns zu
Tapire leben hier auch

Völlig begeistert und glücklich schwingen wir uns wieder auf Daffy & Daky, um wenige Minuten später die emotionale Achterbahn in die andere Richtung zu erleben. Kilometerlang wird der Urwald hier gerodet, das Tropenholz auf unzähligen LKWs abtransportiert (wir sehen etwa 40-50 an einem Tag), die Hügel terrassiert und wirklich überall Palmölplantagen angelegt. Uns beiden verschlägt es die Sprache und unglaubliche Trauer breitet sich aus. Später lesen wir, dass in dieser Region über 600 wilde Elefanten leben, deren Lebensraum von Jahr zu Jahr schrumpft und zu Palmölplantagen wird.

Die LKWs transportieren den gerodeten Regenwald ab
Die Hügel werden zu Palmölplantagen (Robert ganz klein)
Kokosnüsse werden in der Gegend auch mithilfe von dressierten Affen geerntet

Auf dem ersten Bild oben seht ihr das Elefantenwarnschild vor geernteten Palmölfrüchten inmitten einer Plantage. So unglaublich traurig! Wie lange wird es hier noch Lebensräume für Elefanten geben?

Rechnerisch verbraucht jeder Deutsche im Jahr 17,3 kg Palmöl (2017) wobei mehr als die Hälfte in Biokraftstoff steckt und 23 % in Margarine, Schokoaufstrich, Speiseeis, Gebäck, Tiefkühlpizza, Schokoriegel und anderen Lebensmitteln. Und dafür werden unglaublich viele Flächen Regenwald überall abgeholzt….

Okay – ich wechsele besser das Thema!

Daffy hat nach 99.999 gefahrenen Kilometern einfach ihren Kilometerzähler wieder auf 0 gesetzt! So ein junges Ding meine Kleine….

Daffy ist wie neu!

Wir sind seit einer Woche in Malaysia und mal wieder ist der Grenzübertritt ein Wechsel in eine total andere Welt. Deutlich sichtbar sind wir jetzt in einem muslimischen Land. Im Nordosten von Malaysia liegen die beiden sehr konservativen Staaten Kelantan und Terengganu, die von einer streng muslimischen Partei regiert werden. In diesen Staaten verbringen wir unsere ersten Tage in Malaysia und sind überwältigt von der Gastfreundschaft und der offenen Art der Einwohner.

Erste Impressionen von Malaysia
Ein netter Maler erlaubt mir ein Foto

Die erste Nacht in Malaysia: Wir finden einen familienbetriebenen Campingplatz, bauen das Zelt unter einem großen Dach auf, da am Abend monsunartige Regenfälle vom Himmel fallen und in einer Regenpause kommt der Chef und bringt uns Abendessen von Muttern und eine Einladung zum Frühstück mit der Familie. Als wir bei Abreise fragen, was wir bezahlen dürfen für Übernachtung, Essen und Frühstück kommt die Antwort: Nichts – es ist uns eine Ehre euch als Gäste zu haben. Ihr seid jederzeit hier willkommen! Da viele Malaysier gutes Englisch sprechen ist auch die Verständigung einfach.

Hier sind wir eingeladen

Am nächsten Abend zelten wir wieder kostenfrei – diesmal an einem Hotelpool. Der Eigentümer läd uns ein. Und in Kota Bharu nimmt uns der Besitzer vom Guesthouse jeden Morgen in seinem Auto mit zum Frühstück und erklärt uns die malaiische Küche und wir testen tolle Gerichte. Am Abend essen wir dann mit der Familie in einem vegetarisch, chinesischen Restaurant. Hier leben viele Chinesen bereits in vierter oder fünfter Generation; so wie auch unser Gastgeber. Es fühlt sich toll an, wieder in einem Land zu sein wo GASTFREUNDSCHAFT wirklich großgeschrieben wird.

Unser Gastgeber in Kota Bharu
Nasi Kerabu zum Frühstück ist hier typisch

Das Wetter ist seit einigen Tagen durchwachsen und Schauer und strahlender Sonnenschein mit sehr hohen Temperaturen wechseln sich ab. Tropisches Klima! Daher beschließen wir in die Cameron Highlands zu fahren und nicht weiter an der Küste zu bleiben. Die Highlands sind berühmt für ihren Tee (schon gestern probiert) und liegen über 1500 Metern Höhe. Tatsächlich empfängt uns die Gegend mit 18 Grad Tagestemperatur und 15 Grad nachts! Das ist unglaublich erholsam und im Zelt brauchen wir sogar einen Schlafsack…

ride2seetheworld

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