Where are you from?

Wir sind ungewollt länger in Usbekistan – jedoch genießen wir jeden Tag. Wir warten seit über 2 Wochen auf das Visum für Tadschikistan und bleiben deshalb in der Nähe von Samarkand um nahe der Grenze zu sein. Außerdem gefällt uns hier das Land besonders gut. Die Berge geben bei den Temperaturen über 30 Grad die nötige Frische und es gibt soooo tolle Strecken und Plätze hier. Die Wege die wir fahren, sind entweder extrem voller Schlaglöcher und Teerflicken – oder unbefestigt. Wir queren Geröllfelder, grobe Schotterpassagen und Wasserläufe. Daffy & Daky lernen viel dazu und leider müssen sie sich zwischendurch auch mal das schwierige Gelände von ganz nahem ansehen… Aber es kommt zu keinen nennenswerten Schäden und das ist das Wichtigste!

Unser Wildcampingsspot am Stausee bei Rudak ist nur über einen alten, gesperrten Pfad zu erreichen und gibt uns so die Gewissheit, dass hier kein Auto hinkommen wird. Hier sind wir bis auf ein paar Schafe und Ziegen wirklich ungestört und feiern den Geburtstag von Patric mit Wodka und Bier vor atemberaubender Kulisse.

Solche Plätze lieben wir!
I took the road less travelled – now – where the hell am I?

Normalerweise wenn wir irgendwo stehen bleiben, sind wir nicht lange allein. Viele Interessierte kommen zu uns und fragen uns aus und möchten Fotos mit uns und mit den Motorrädern machen. „Where are you from?“ hören wir bestimmt 30 – 40 mal am Tag. Lustigerweise sogar vom Polizisten, nachdem er uns auf der Straße angehalten hatte und nachdem er unsere Pässe kontrolliert hatte! 😊 Es ist meist der einzige englische Satz den sie können…. Manchmal ist diese Aufmerksamkeit auch anstrengend, auch wenn wir immer wieder feststellen wie unheimlich höflich und freundlich die Usbeken sind und sich einfach nur freuen, mit uns in Kontakt zu kommen.

Großes Interesse überall…
In einer Stadt noch etwas mehr 🙂

Heute morgen habe ich Patric und Robert gefragt, was Ihnen besonders an diesem Land aufgefallen ist. Hier die Antworten:

  • die glitzernden Kleider der Frauen (das war die erste Antwort!!!)
  • die höfliche und offene Art der Menschen
  • in den vielen Restaurants im Land essen oft Einheimische in großen Gruppen
  • es werden nie Messer im Restaurant gereicht (nur auf Nachfrage)
  • man ist hier schnell Millionär ( 10.000 Som sind etwa 1 Euro)
  • im Gegensatz zu einigen anderen Ländern, ist der Verkehr hier zwar kreativ aber nicht aggressiv
  • es ist nicht ganz leicht Benzin mit 91 Oktan zu finden (besseres haben wir noch gar nicht gesehen) – die Einheimischen fahren fast nur mit Gas
  • die vielen Goldzähne
  • das Land hat sehr viel Sehenswertes
  • WIR MÖGEN USBEKISTAN SEHR

Im Moment sind wir bei Urgut in einem kleinen Flusstal und haben unsere Zelte mal wieder an einem Restaurant aufgestellt. Hier gibt es sogar einen Pool, der mit Flusswasser gefüllt ist. Auf der anderen Seite des Flusses führt ein Schotterweg hoch in die Berge und so kann ich aus meiner Hängematte Esel (meistens mit Reiter), Kühe, Ziegen, Stein-Lastwagen und PKw´s dabei beobachten wie sie dort entlang hoppeln. (Aber aufgrund des Wasserrauschens nicht hören!) So gegen 11.30 Uhr füllen sich die Sitz-/ Liegeflächen im Restaurant so langsam mit Menschen und wir können wunderbar das Familienleben der Usbeken erleben – während wir wie immer bewundert und bestaunt werden. Neben uns in einem Pavillon wird gekocht und getrunken und etwa 20 Männer und Kinder verbringen hier entspannt ihren Samstag. Als wir am Abend von einem kleinen Motorradausflug aus den Bergen zurückkommen, werden wir mit usbekischem Eintopf verwöhnt, der den ganzen Tag über dem Feuer geschmort wurde. Recht fettig, aber lecker! Robert und ich machen uns danach auf zu einem kleinen Verdauungsspaziergang und werden etwa 10 Minuten später von zwei Frauen, die mit Baby vorm Haus sitzen zu einem selbstgemachten Joghurt eingeladen. Wir sitzen eine Weile zusammen und schauen zu, wie die Ziegen von den Kindern heimgetrieben werden. Kaum sind wir zurück an unserem Schlafplatz, kommt der Restaurantbesitzer mit seinen beiden Söhnen und bringt uns 3 Schaschlikspieße mit Brot, eine halbe Wassermelone und Bier, Cola und Wasser als Geschenk. Diese Mengen an geschenktem Essen können wir nun wirklich nicht an einem Abend essen, verstauen es aber für den nächsten Tag. Wir sind mal wieder überwältigt: soviel Gastfreundschaft verbunden mit Herzenswärme ist einfach unglaublich!  

Männer im Gebet
Blick von unserem Zelt
Daky & Daffy in den Bergen (Danke Patric für die Bilder mit uns beiden!)
Der „Verkehr“ auf der anderen Flussseite

ride2seetheworld

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