Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte
Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte

Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte

Dieses Zitat habe ich gerade bei anderen Reisenden gelesen und musste irgendwie schmunzeln. Was sagen dann 1000 Bilder? Vielleicht ist es ein mehrbändiges Buch?

Immer wenn ich einen Blogbericht schreiben möchte, beginne ich mit der Sichtung meiner Fotos der letzten Woche und sortiere meine Favoriten in einen extra Ordner, den ich dann entsprechend verkleinere um ihn auf die Webseite hochzuladen. Dieses Mal habe ich so viele Bilder in meinem Favoritenordner, dass ich befürchte, irgendwann könnte es euch einfach auch zu viel sein?

Die Anzahl der Bilder passt aber auch zu meinen Emotionen! Es gab so viele wunderschöne Momente in der letzten Woche und auch so manchen Edelsteinmoment (besonders wertvoll)!

Wir waren in der Nähe von Silvia auf der Finca von Kika und Anouar und den 3 tollen Kindern. Die fünf sind selbst für einige Jahre mit dem Camper durch Südamerika getourt, haben ihr Leben in Marokko hinter sich gelassen und sind einfach aufgebrochen. Vor fünf Jahren haben sie sich unsterblich in die Region Cauca verliebt und haben sich dort die tolle Finca La Bonanza gekauft. Seitdem betreiben sie das Anwesen als Herberge und Campingplatz. Bei Overlandern ist die Finca beliebt, weil wir hier alles finden was das Reiseherz höherschlagen lässt. Heiße Duschen, leckeres Brot, Dächer über den Zeltplätzen, Hängematten auf dem Gelände, eine gemütliche Küche, Ruhe, Natur und vor allem unglaublich herzliche und liebevolle Gastgeber. Die riesige Anzahl von Blüten auf der Finca erinnert mich an meine Mutter und zeigt mir wieviel Liebe hier wohnt. Doch unser Aufenthalt wird besonders durch die Menschen zu einem absoluten Edelsteinmoment! Danke für eure Freundschaft, Kika und Anouar! Wir werden eure Geschenke ehren und euch immer im Herzen mit uns tragen.

Kika und Anouar – unsere Gastgeber und Herzensmenschen!
Die Finca La Bonanza
Der Hund Biducha ist immer bei uns und bewacht das Zelt

Wunderschöne Bäume und Blumen

An einem Tag werden wir mit einem Luxus Frühstück verwöhnt mit Tee aus Marokko

Der Sonnenuntergang ist echt

Weil alle Bedingungen hier so perfekt waren, nutzten wir auch die Zeit, um unseren Zeltboden mit hunderten von kleinen Flicken zu reparieren. Die Termiten hatten in Jericó unzählige Löcher in unser Material gefressen. Mit viel Mühe und Geduld und gutem Kontaktkleber ist aus dem „Schweizer Käse“ jetzt wieder ein guter Boden geworden. Robert hat wirklich eine unglaubliche Geduld bei solchen Arbeiten!

Robert klebt Flicken

Silvia ist eine ganz besondere kleine Stadt, in der jeden Dienstag Markttag ist. Natürlich fahren wir am Dienstag hin. Der Bus kostet 3.000 Pesos (75 Cent) pro Person und fährt uns am Morgen direkt zur Markthalle und ich darf auch noch direkt neben dem Fahrer sitzen. Das hilft mir bei den kurvigen Straßen und der Fahrweise der Busfahrer ohne grün zu werden heile am Ziel anzukommen. Bei unserer Ankunft ist alles noch sehr geruhsam und leer in der Stadt – die Einheimischen gehen wohl offensichtlich nicht um 9 Uhr auf den Markt 😊. So erleben wir noch so manchen Stand während des Aufbaus und können beobachten, wie immer mehr Menschen aus den Bussen steigen und den Markt und den Park vor der Kirche bevölkern. Doch für uns das Erstaunliche ist: auch als wirklich alles gut gefüllt ist und geschäftig kauft und verkauft wird, ist es nicht laut, nicht hektisch und nicht „drängelnd“. Die Menschen hier sind gelassen, sie verhalten sich unglaublich freundlich miteinander, aber schüchtern und zurückhaltend zu uns. Wir sind mal wieder fast die einzigen Ausländer und werden eher ignoriert als irgendwie belästigt. Wenn uns mal eine Marktfrau anspricht, dann ist es mit dem freundlichen Hinweis „a la orden“ (bedeutet etwa so viel wie „Sie wünschen?“ oder „Zu Diensten“). Wir sind in einem Gebiet des indigenen Volkes der Guambiano. Etwa 2/3 aller Marktbesucher tragen die traditionelle Kleidung und auch an vielen Ständen kann man die dafür benötigten Accessoires, wie die weißen Ketten aus kleinen Perlen, halbhohe Schuhe und Hüte finden. Die Stoffe für die Röcke werden hier nicht verkauft – die weben die Frauen zuhause. Viele Frauen haben in einem speziellen Beutel am Arm ihre Spindel dabei und erstellen während des Gehens oder während des Wartens einen Faden.

Markt in Silvia

Das hilft gegen viele Krankheiten
Wandmalerei im Dorf
Vor der Kirche sitzt man im Park und tauscht sich aus

Die Männer teilen auch gern mal einen Schnaps

Wir lassen uns die lokale Spezialität schmecken: Erdbeeren mit Sahne
…und bestaunen manches Fahrzeug

Mich begeistert es sehr, dass die Traditionen hier weiterleben und ich freue mich sehr von Kika noch mehr über die Indigenen in Kolumbien zu lernen. Sie haben hier sehr eigenständige Rechte und eigene Bildungssysteme und die finanzielle Unterstützung ist sehr gut.

Nur schweren Herzens trennen wir uns von diesem magischen Ort – aber tatsächlich läuft unser 3 -Monats Visum für Kolumbien bald aus und wir haben noch ein paar Kilometer bis Ecuador zu fahren.

Also machen wir uns auf zu einem nächsten besonderen Ort: San Augustin.

In San Augustin wurden etwa 400 besondere Felsskulpturen gefunden, die auf 200 v. Chr. bis 700 n. Chr. datiert werden. Wie so oft lesen wir auch hier: Die Wissenschaftler wissen nicht genau…. Von wem sind diese Figuren? Was stellen sie genau dar? Sind es Menschen oder Götter? Wer wurde hier begraben und die Gräber mit diesen Kunstwerken bestückt? Sind es Tempel? Und warum nur hier? Wenn ihr mehr lesen wollt, dann sucht nach dem Stichwort „San-Augustin-Kultur“.

Mit all diesen Fragen im Kopf, erkunden wir das riesige Gelände und lassen einfach die Werke auf uns wirken. Gerade in der Kombination mit der wunderschönen Natur wirken die Skulpturen irgendwie mystisch. Uns macht es nichts aus, all diese Fragen unbeantwortet zu lassen. Wir genießen einfach was wir sehen und fühlen.

Beeindruckende Figuren bewachen die Eingänge
Gefährliche Zähne…
und spannende Figuren

Im Museum lernen wir einiges über die Ausgrabungen
Die Fundstellen sind toll aufbereitet und gut zugänglich

Die traumhafte Natur macht es noch schöner

Morgen geht es weiter in Richtung Süden. Eine besondere Straße wartet auf uns: Trambolin de la muerte! Wir sind gespannt….

ride2seetheworld     

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