Inselhopping in Estland

Wir konnten uns nicht entscheiden, welche Insel in Estland wir uns ansehen wollen. Estland hat über 2000 Inseln und einige davon sind auch bewohnt. Also haben wir uns einfach für drei entschieden und sind zunächst auf Khinu, dann auf Saareema und als letztes auf Hiiumaa gewesen.

Khinu ist die kleinste der dreien und hat wirklich etwas ganz Besonderes zu erleben. Von den 700 Einwohnern auf der Insel fahren besonders die Frauen mit alten Ural-Gespannen auf der Insel rum – und das auch noch gern in traditionellen, gewebten Röcken. Und tatsächlich erleben wir gleich einige Einheimische bei einem Konzert, teilweise auch mit ihren Ural angereist. Toll! Und das „Vorprogramm“ wurde von einer Einheimischen bestritten, die bereits über 90 Jahre alt ist und ein Lied über Corona vorträgt. Leider verstehen wir den Text nicht, jedoch das Lachen aller Anwesenden zeigt uns, dass sie offensichtlich eher ironisch oder witzig mit dem Thema umgeht. Wie man insgesamt im Land einen sehr entspannen Umgang mit dem Thema Corona sieht. Das restliche Konzert ist ein Heavy Metal Konzert und somit nicht so unser Fall. Wir nehmen uns einfach zwei frisch gezapfte Bier und setzen uns ans Meer. Unser Zelt steht direkt in der Dünenlandschaftneben uns. Ein traumhafter Platz, der uns am zweiten Abend ohne Konzert noch besser gefällt.

Ural Gespanne findet man auf Khinu überall
….auf dem Konzert mit Gespann und traditionellem Rock
Manche Einheimische kommen auch zu Fuß 🙂
Mit über 90 noch ein Star
So lassen wir den Abend ausklingen
Hier steht unsere Villa mit Blick aufs Meer

Die Insel erkunden wir mit unseren Motorrädern. 7 Kilometer in Längsrichtung und 3 Kilometer in die Breite. Da sind wir recht schnell überall. Wir besichtigen das Heimatmuseum, die Kirche, den Friedhof und den Leuchtturm und schon haben wir alles gesehen….Wie sehr entschleunigt so ein kleines Fleckchen Erde!

Blick vom Leuchtturm
Pünktchen und Toni warten auf uns
Leuchtturm von innen
Der Friedhof von Khinu
Eindrücke von Khinu
Die Fähre nach Khinu

Saareema ist viel größer und zunächst sind wir geschockt über die große gut ausgebaute Straße, die im östlichen Teil der Insel von der Fähre in den Süden führt. Doch zum Glück sieht es auf der westlichen Seite gleich schöner aus. Die Straßen werden kleiner und wir finden wieder einen tollen Platz direkt am Meer, besuchen eine Senfmanufaktur, die Cliffs im Nordwesten, die Mühlen und stehen auf einem RMK Platz (Plätze, die kostenfrei von der staatlichen Forstwirtschaft zur Verfügung gestellt werden)– mal wieder direkt am Meer. Lagerfeuer, Würstchen auf eine Astgabel aufspießen und der Sonne beim Versinken im Meer zuschauen. Was für ein unglaubliches Glück!

Ein Traumplatz
Schöner geht nicht
Estländische Flaggen wehen überall
Das Meer macht eine Insel so schön 🙂
Schaukeln ist auch Leistungssport in Estland
eine von vielen Mühlen auf Saareema
Leuchtturm auf Hiiumaa
Wunderschön von innen
…mit Kunstaustellung
Die alte Kuppel steht daneben
Traumblick
Wir lieben die Ostsee

Hiiumaa wird uns sicherlich wegen des wunderschönen Leuchtturms mit Kunstaustellung in Erinnerung bleiben. Wir setzen wieder mit der Fähre über aufs Festland und lernen in Haapsalu direkt bei der Ankunft auf dem Campingplatz Petra, Ingo mit den tollen Kindern Jasper und Lennard und Hund Elmo kennen. Die fünf sind mit ihrem Wohnwagen 1 Jahr in Europa unterwegs und stehen noch sehr am Anfang von ihrem großen Abenteuer. Wir verbringen einige Tage zusammen, erkunden die wunderschöne Kurstadt Haapsalu mit einem sehr interessanten alten Bahnhof, der einstmals für den russischen Zar erbaut wurde.

Klettern auf alten Loks
Einiges Sehenswertes am alten Zarenbahnhof
Haapsalu
wunderschöne Holzhäuser

Eine besondere „Sehenswürdigkeit“ finden wir in Rummu. Hier steht eine Ruine eines Gefängnisses, indem bis 1991 noch bis zu 7000 Häftlinge eingebuchtet waren und im benachbarten Kalksteinabbau eingesetzt wurden. Jetzt ist es ein Badesee in dem einige Ruinen stehen und wir bleiben auch gleich über Nacht dort. Eine wirklich faszinierende Kulisse, direkt neben der Gefängnismauer zu zelten. Wir gehen baden, erkunden die Ruine, liegen in der Sonne, klettern auf die ehemalige Abraumhalde und plötzlich rutscht Petra auf dem Schotter aus und verletzt sich am Fuß.  So ein glücklicher Tag und so ein blödes (kleines) Unglück. Jetzt stehen wir in der Nähe von Tallin auf einem Campingplatz und warten darauf, dass Ingo und Petra aus dem Krankenhaus zurück kommen. Hoffentlich ist es nix schlimmes und Petra kann bald wieder auftreten.

unser Übernachtungsplatz neben dem alten Gefängnis fotografiert vom Wachturm

Mal sehen wie unsere Reise weitergeht….

ride2seetheworld

Schreibe einen Kommentar

*