Ganz kurz in Russland

Um von Kasachstan in die Mongolei zu kommen, gibt es nur den Weg über Russland. Auf der Karte sieht es aus, als ob sich die beiden Länder berühren – es sind jedoch noch 40 km chinesische Grenze dazwischen. Wir nehmen diesen kleinen Abstecher durch Russland gern in Kauf und machen auf den 1100 km durch Russland wieder nur positive Erfahrungen. Ok – um ehrlich zu sein: die Grenzer bei beiden Grenzübertritten waren die bisher unfreundlichsten auf unserer gesamten Reise und bei der Ausreise haben wir erlebt, was es bedeutet als Ausländer schlechter behandelt zu werden als alle russisch sprechenden Reisenden. Die Grenzbeamtin, die uns mehrfach deutlich zu verstehen gibt, dass sie kein englisch spricht, hat jeden anderen vor uns durchgelassen und sogar die Bearbeitung unserer Dokumente dafür regelmäßig unterbrochen…. So waren wir dann die letzten Reisenden, die aus Russland in die Mongolei fahren. Zusammen mit Flo und Claudia, die mit ihrem 4×4 Sprinter bereits ein Jahr länger als wir durch die Welt reisen und mit Ricki aus Südafrika. Der große Vorteil dabei: die Mongolen wollten Feierabend machen und so war dieser Grenzübertritt einer der schnellsten bisher obwohl wir schon ganz andere Geschichten gehört und gelesen hatten und ehrlicherweise garnicht mehr damit rechneten noch rüber zu kommen.

In Russland erleben wir ab Barnaul was es bedeutet, wenn die Russen am Sonntag aus dem Altaigebirge heimfahren. Die wirklich super gute Straße (welch Erholung nach den Straßen in Kasachstan) ab Barnaul bis Bijsk ist eine einzige Autoschlange. Zum Glück nicht in unsere Richtung! Wir sind so viel Verkehrsdichte gar nicht mehr gewöhnt. Puh!

Riesige Felder bei Barnaul

Am Stadtrand von Bijsk steht der Name der Stadt in großen Buchstaben – ein klasse Fotostopp. Hier knipsen bereits zwei russische Motorradfahrer aus Moskau und wir begrüßen uns herzlich. So kommen wir auch zu einem Foto mit einer Harley 😊.

Robert & Barbara mit einer Harley 🙂

Ivan und Georgi haben hier in der Stadt einen Kontakt von einem Motorradfahrer, bei dem man schlafen kann und fragen uns, ob wir mitkommen wollen. Natürlich sind wir da gleich begeistert und folgen den beiden zu Igor in den Bike Point Black African. Hier erleben wir unseren ersten Abend mit russischen Bikern und dem ein oder anderen Gläschen….. Es wird viel russisch gesprochen und gelacht – wir verstehen nicht viel, aber lachen mit. Erstaunlicherweise ohne Kopfschmerzen steigen wir am nächsten Tag wieder auf Daffy & Daky und fahren ins Altaigebirge.

Im Black African fühlen wir uns super wohl
..ein altes Grammophon spielt russische Musik
Barbara hilft bei den Vorbereitungen für das Essen. Dill ist wichtig in der russsichen Küche
Robert entspannt auf dem Kettenstuhl
Unser Aufkleber kommt an die Wand

Die Landschaften sind wunderschön, erinnern uns manchmal an die Alpen – aber alles ist irgendwie wilder. Und überall stehen Russen mit ihren Zelten am Flussufer und genießen die Freiheit eines russischen Outdoor Man. Viele tragen Kleidung im Armeelook und fahren große 4×4 Wagen. Vor unserem inneren Auge sehen wir das berühmte Foto von Putin, auf dem er oben ohne durch das Altaigebirge reitet. Der Inbegriff von russischer Männlichkeit und Abenteuer! 😊. So suchen auch wir uns ein Plätzchen am Fluss und Robert zündet ein Feuer an. Wie hunderte von Russen das hier eben so machen…. Bei Regen und recht frischen Temperaturen um die 15 Grad im russischen Altaigebirge!!

Das russische Altaigebirge
Robert macht Feuer
Im russischen Altai – tolle Straßen und wilde Flüsse
Könnt ihr euch hier Putin auf dem Pferd vorstellen?

Je weiter wir in Richtung mongolische Grenze fahren, umso weniger russische „Abenteurer“ sehen wir. Die Straßen sind super schön zu fahren und echte Kurvenstrecken lassen uns unterm Helm breit grinsen. Und dann lernen wir noch Flo und Claudia kennen und bekommen erstmal einen leckeren Kaffee aus ihrem schönen 4×4 Sprinter serviert und gemeinsam geht es weiter in die Mongolei!

ride2seetheworld

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