Besuch bei Freunden in Norwegen

Eine Woche waren wir bei Kristin und Rune in der Gegend von Lillehammer. (kennen manche noch von den Olympischen Spielen 1994) Was für eine tolle Woche!

Kennengelernt haben wir die beiden mit ihren Kindern in Laos und in Kambodscha hatten wir die letzten Weihnachten zusammen gefeiert.

So war für uns klar: wir besuchen die Familie in ihrer Heimat in Koppang . Und dann überraschten sie uns gleich mit einer Einladung in ihre Berghütte, da sie am Wochenende einem Freund beim Schafetreiben helfen wollten. So fuhren wir direkt am Freitag Nachmittag zu ihrer „Hütte“ in den Bergen des Rondane Nationalparks. Tatsächlich gibt es neben der Haupthütte eine Gästehütte, die wir beziehen durften. Ein magischer Ort. Eine Holzhütte mit gusseisernem Ofen, Kerzenlicht und Emaillewaschschüssel. Kein Strom und kein Wasser ausser aus der nahen Quelle. Absolute Ruhe und ein traumhafter Blick über die Bergkuppen.

“Unsere” Berghütte
Das Holzfeuer macht schön warm
was gut ist bei den Temperaturen
Starthilfe für Runes Auto am Morgen
Die Gegend ist rau

Der befreundete Farmer hat etwa 1500 Schafe, die im Sommer frei im Gebirge laufen. Zum Ende des Sommers (genau jetzt 😊) werden diese Schafe von Freunden und Verwandten (und von uns) in den Bergen gesucht und mit viel Mühe zur Farm getrieben. Das Gelände ist steinig, felsig, karg und die blöden Schafe laufen immer weg!! Da heißt es: wo klingelt gerade eine Glocke? Wie viele Schafe stehen zusammen (meistens sind es 3-4)? Und wie bekommen wir sie die steilen Hänge runter getrieben? Eine sehr schweißtreibende Arbeit, die sich aber super gut anfühlt, weil man am Abend die vollen eingezäumten Weiden sieht und weiß welchen Anteil man selbst daran hatte. Insgesamt sind wir an zwei Tagen etwa 27 km durch die Wildnis geturnt und hatten natürlich am Sonntag nachmittag die Herde, die am unwilligsten war und ständig wieder in Richtung „berghoch“ laufen wollte. Wir waren jedenfalls nach zwei Tagen „herding sheeps“ ziemlich K.o.! Das Essen jeweils am Abend hat uns auf jeden Fall eine Menge an verbrauchter Energie zurück gegeben. Wir haben drei Abende Elch und Rentier gegessen. Wie lecker!

Wir suchen Schafe
…und treiben sie heim
Ganz klein sieht man Robert, Rune und mich hinter den Schafen vor ihrer Koppel
Die Herde wird größer

Am Montag sind wir dann von unserer Berghütte zur Farm der Familie umgezogen und haben dort noch einiges zusammen erlebt. Wir haben den Zaun an der Pferdekoppel ausgebessert, dem ATV Quad vom Sohn eine Anhängerkupplung angeschweisst, vom Sturm umgefallene Bäume auf der Strasse abgesägt, ein Fussballspiel bewundert und gemeinsam gekocht. Unser Highlight in dieser Woche war eine gemeinsame Motorradtour auf vielen unbefestigten Wegen. Rune und Kristin machen gerade ihren Motorradführerschein und dürfen daher in Begleitung mit erfahrenen Motorradfahrern fahren. Die einzigen Bedingungen dabei: man muss miteinander kommunizieren können und alle trage eine Warnweste mit einem roten „L“. So sind wir nun doch zu Klapphelmtragenden Warnwestenfahrern geworden!!!  Am Donnerstag früh um 8.30 Uhr sind wir dann bei 1,5 Grad Aussentemperatur in Richtung Oslo aufgebrochen, um am nächsten Morgen um 11 Uhr bei 26 Grad aus der Fähre in Kiel wieder auszusteigen!

Bei Kristin und Rune daheim
Kristins Norweger können jetzt nicht mehr ausbrechen
Bei Kristins Eltern gibt es frische Pflaumen
Warnwestentour durch die Berge im Regen
Auf der Fähre in Oslo mit unseren neuen Mützen

Jetzt sitze ich zuhause und schaue zurück auf das 2. Kapitel unserer Reise. 11 Wochen waren wir unterwegs. Haben einiges in den Niederlanden, Polen, Litauen, Lettland und Estland gesehen; sind in Finnland auf einer Huskyfarm gewesen und haben das Nordkapp in den Morgenstunden erlebt; wir wurden auf den Lofoten von Orcas überrascht und sind in den Bergen Norwegens den Schafen hinterhergelaufen. 11.000 km haben Toni und Pünktchen uns entlang von Fjorden, Seen und Wäldern getragen und so manchen Regen ertragen; wir haben wunderschöne Plätze für unsere Villa Verde gefunden oder auch in rustikalen Holzhütten am Feuer gesessen. Der Norden Europas hat uns landschaftlich total begeistert und in unserem Gedächtnis werden so manche Ausblicke und Momente lange nachhallen.

Jetzt freuen wir uns jedoch sehr auf Wärme, Sonne und südländische Fröhlichkeit und Gastfreundschaft. In wenigen Tagen brechen wir auf in Richtung Griechenland.

ride2seetheworld    

1 comment

  1. Hallo ihr Lieben,
    Ich habe Euch auch diesmal wieder mit dem Finger auf der Landkarte begleitet. Meine Tochter Carmen war mal für ein halbes Jahr in Bergen und ich durfte sie eine Woche besuchen. Norwegen ist ein wunderschönes Land.
    Ich wünsche Euch für den Süden Europas eine gute Zeit.
    LG Christa aus der Waldsiedlung.
    P.S. bald ist der 3.10. dann sind es schon zwei Jahre

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