Nomaden

In der Mongolei leben ungefähr 3 Millionen Menschen auf einer Fläche, die etwa viereinhalbmal so groß ist wie Deutschland. 40 % der gesamten Bevölkerung leben in der Hauptstadt Ulaanbatar. Somit ist die Mongolei das am dünnsten besiedelte Land der Welt.

Da ist es wirklich nicht schwer, in diesem unglaublich weiten Land ruhige und einsame Stellen für die Nacht zu finden. Wir bauen fast täglich unsere Villa Verde in mitten von nach Kräutern duftenden Steppen- und Graslandschaften auf und verbringen die Abende mit dem Beobachten von Adlern, Schwalben, Erdmännchen oder Wüstenmäusen. Das ist wunderschön, beruhigend und einsam.

Barbara fotografiert ein Yak. Diese Pisten machen richtig Spaß!
Hier gibt es viele Raubvögel
Robert möchte fliegen 🙂 – wir stellen genau hier das Zelt auf
Mongolische Wege sind Traumstrassen für uns
Wir bitten an einem Owoo für besseres Wetter
Kamele sind einfach so faszinierend
..auch an den Tourispots sind sie tiefenentspannt

Wir möchten aber auch mehr über die Nomaden wissen und halten deshalb an einem Ger (so nennen die Mongolen ihre Jurten) an dem gerade ein Junge sein Fahrrad repariert. Robert setzt seinen Helm ab und hilft sofort bei der Reparatur. Die Mutter läd uns zum Suutei Tsai (Milchtee) ein und wir zeigen mal wieder unsere Bilder von den Kindern zuhause. Dem Vater können wir mit Benzin aushelfen, da sein Moped nicht fährt. Auch am technischen Zustand wäre wohl manches verbesserungswürdig, aber das ist hier nicht so wichtig. In der Familie mit den 5 Kindern spricht keiner ein Wort englisch – und wir fragen uns, ob wohl jemand eine Schule besucht? Nur etwa 30 % der Nomadenkinder im Land gehen zur Schule. Die Kommunikation ist nicht leicht, da auch Mimik und Gestik für uns nicht ganz einfach zu deuten sind. Die anfangs sehr verschlossenen Gesichter, werden aber immer entspannter und unser Besuch ist ganz offensichtlich eine willkommene Abwechslung im Alltag der Nomadenfamilie. Also fragen wir einfach, ob wir unser Zelt im Windschatten des Ger aufstellen dürfen und bleiben auch zum Abendessen. Der Vater fährt nochmal mit dem frisch getankten Moped los und holt von irgendwo tiefgefrorenes Fleisch (und bringt gleich zwei Freunde mit) und die Mutter macht inzwischen die Nudeln selbst. Die Schafe werden zusammengetrieben, die Kühe gemolken und wir sind überall dabei und versuchen mitzuhelfen wo es nur geht. Das allerschönste an den vielen spannenden Momenten ist es mitzuerleben, wie liebevoll und fürsorglich die Familie miteinander umgeht. Bei all den Pflichten, ist auch viel Zeit für Spiele und wir hören nicht einmal ein böses Wort oder einen Streit unter den Kindern. Mutter und Vater herzen und küssen die Kinder und es gib viel körperlichen Kontakt. Wunderschön! Als wir am nächsten Morgen zum Frühstück eingeladen werden, schlafen die Kinder noch und so sehen wir, wie dicht alle zusammen geschlafen haben. Vater und der jüngste Sohn auf einem Bett, Mutter mit den 3 Mädchen in einem anderen Bett und nur der älteste Sohn hat seine eigene Matte. Viel Nähe und Wärme!

Robert repariert mit Mojig das Fahrrad
Die drei Töchter zeigen mit ihre Kälber
Wir bauen gemeinsam unsere Villa Verde auf
Baschka, der jüngste Sohn wird von allen vergöttert
Das frisch getankte Moped
Die Kinder gehen sehr liebevoll miteinander um

Unterwegs besichtigen wir auch so manches Sehenswertes: Erdene Dsuu ist das älteste buddhistische Kloster in der Mongolei. Von ehemals 62 Tempeln auf dem Gelände sind nur noch 4 erhalten (bzw. wiederaufgebaut). Früher lebten hier über 1000 Mönche und wir haben das große Glück einige Mönche bei einer Andacht begleiten zu dürfen. Ein bewegender Moment! Die Gesänge zu hören und die Stimmung auf sich wirken zu lassen…

Das Kloster Erdene Dsuu
Gebetsmühlen
Wir dürfen am Anfang mit rein…
Mönche bei der Andacht
Der Eingang zum Tempel

Außerdem halten wir am Monument zu Ehren von Rennpferden in der Nähe von Arvaikheer. Passenderweise kreuzen wir an diesem Tag auch mal wieder ein Pferderennen. Die Kinder auf den ungesattelten Pferden bei rasantem Tempo durch die Steppe galoppieren zu sehen – unglaublich. Und natürlich beobachten wir auch mal wieder die Zuschauer. Ein altes mongolisches Sprichwort besagt: Ein Mongole ohne sein Pferd ist wie ein Vogel ohne Flügel. Tatsächlich sieht man hier unglaublich viele Pferde – auch wenn die manchmal mit dem Moped durch die Steppe getrieben werden oder auf alten klapprigen LKWs durch die Gegend gefahren werden 🙂

Mongolisches Pferderennen
… und seine Zuschauer
Viele Pferdeherden
Das Monument für die Rennpferde
Man beachte die Schädel als Umrandung
Ohne Kommentar 🙂

Das Land gibt uns Ruhe und wir freuen uns sehr, dass wir noch weitere 4 Wochen hier bleiben werden, bevor es nach China geht.

ride2seetheworld

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