Die Wüste Gobi

36.000 km ohne Pannen – 36.000 km ohne Platten – 36.000 km ohne Verletzungen! ….und dann fuhren wir in die Gobi! Die Wüste Gobi ist etwa 5 mal so groß wie Deutschland und liegt in der Mongolei (im Süden und Osten) und in China. In der Mongolei besteht sie hauptsächlich aus Steppe, Fels und Geröll und nur 3 % der Wüste sind Sanddünen. Die bekannteste Sanddüne ist die Khongoryn Els, die bis zu 300 Meter hoch ist, über 100 Kilometer lang und etwa 12 Kilometer breit.

Die Khongoryn Els

Wir durchfahren diese lebensunfreundliche Region zusammen mit Dino. Nachdem wir bereits in Griechenland und der Türkei zusammen gereist sind, treffen wir uns hier wieder. Welch Freude!

Bei Nariinteel verlassen wir die geteerte Straße und fahren drei Tage lang von Nord nach Süd nur auf einsamsten Pisten bis zur Khongoryn Els. Die Landschaft wechselt von öder, flacher Steppe zu felsigen trockenen Flussläufen, kargen Hügeln und die gesamte Zeit sind die Pisten echt herausfordernd. Und dann passiert es: Daffy hat ihren ersten Platten. Wir suchen gerade eine geeignete Stelle für unsere Zelte, da fährt Barbara über eine Steinkante und der Mantel bekommt einen Riss und der Schlauch ist defekt. Zum Glück ist Robert so geübt im Reifen flicken, dass er das mit Dinos Hilfe schnell erledigt hat. Erst vor 4 Tagen hatte er bei Einheimischen einen Platten geflickt! (die dabei vor allem sein Werkzeug und den Kompressor bewundert haben)

Die Pisten sind sandig, Schotter oder beides
Dino und Barbara im trockenen Flussbett
Barbara und Daffy im weichen Untergrund
Das kostet Kraft und Konzentration
Fundstück in der Wüste
Besuch an unserem Lager
Daffy hat einen Platten
4 Tage vorher: Robert flickt den Reifen und die Werkzeuge werden bewundert
die Mongolen fahren in der Gobi kleine Mopeds – Ansturm an der Tankstelle

Und am nächsten Tag stellen wir unsere Zelte direkt an der höchsten Sanddüne auf und können uns an der gewaltigen, steilen Düne gar nicht satt sehen. Nachmittags haben wir Besuch von vielen Kamelen und gleichzeitig beobachten wir die Touristen, die auf die Düne klettern. Es werden zur frühen Adendstunde immer mehr (Touris 😊). Wir haben das Zelt genau am Touri-hotspot aufgestellt, was wir am Nachmittag noch nicht ahnen konnten. Aber es ist auch einfach zu lustig der Horde zumeist asiatischer Touristen zuzusehen, die hochklettern (etwa 1 Stunde) und dann mit ihren Schlitten versuchen wieder runterzurutschen (etwa 10 min). Nicht allen gelingt das unfallfrei!

Hier stellen wir unser Zelt auf

Natürlich erklimmen auch wir den höchsten Gipfel! Ich kann euch sagen: Ich habe lange nicht mehr so gekämpft. Es ist so unglaublich steil und der Sand so unglaublich weich…. Zuletzt bin ich auf allen vieren hochgeklettert. Sah bestimmt lustig aus, aber ging echt besser. Oben sind wir nicht allein, jedoch der Anblick und die Stimmung sind atemberaubend. Nach Sonnenuntergang steigen alle Touris wieder in die Busse, auf die Kamele oder in die SUV und düsen zu ihren Jurtencamps und wir genießen die Stille der Wüste am Fuße dieser gigantischen Dünen.

Die Khangoryn Els bei untergehender Sonne
wir sind oben !
Robert strahlt
Dino und Robert und im Hintergrund die Touris…
es wird kalt und sehr windig…

Der Weg am nächsten Tag bis nach Dalandsadgad lässt sich fürchterlich fahren. Hier werden die Touristen in den kleinen Buchanka Bussen langkutschiert und so sind die Pisten reinste Waschbrettpisten und wir haben echt geflucht und Dakys Benzinpumpe hat das Gerüttel nicht vertragen. Die erste richtige Panne! Im Tank ein Kabelbruch! Aber es gibt einfach nix, was der weltbeste Mechaniker nicht lösen kann. Fehler gefunden (keine Ahnung wie man so etwas überhaupt rausfindet), gelötet und wieder zusammengebaut und keine 40 min später rütteln wir uns weiter über die Piste.

Reparatur der Benzinpumpe

Da wir drei nicht so viel Wasser unterwegs gefunden hatten (welch Wunder in der Wüste 😊), war mal wieder eine Dusche und etwas Handwäsche dringend nötig. Also gönnen wir uns ein Hotelzimmer in durchschnittlicher mongolischer Qualität. Kein Licht im Bad, unter dem Waschbecken tropft das Wasser ins Zimmer drunter, viele kleine Defekte, das Frühstück ist unterirdisch schlecht und der eine Teebeutel in der Literkanne Wasser, das nach Kaffee schmeckte, haben nichts an unserer guten Laune geändert. Auch konnten wir kein geöffnetes Restaurant finden und so fand das Picknick unter der Wäscheleine in unserem Zimmer statt. Ein fröhlicher Abend – aber total kaputt von den Strapazen der letzten Tage.

Spaß unter der Wäscheleine

Leider ist mal wieder die Zeit des Abschieds gekommen, da Dino in Richtung Russland weiterfährt. Wir fahren in Richtung Osten, um zur chinesischen Grenze zu gelangen und entscheiden uns für eine Piste, die 450 weitere Kilometer durch die Wüste führt.  Wenn ihr mal in der Gegend seid: Von Dalandsadgad bis nach Sainschand solltet ihr lieber fliegen. Beide Städte haben einen Flughafen und die Piste ist saumäßig anstrengend und herausfordernd und lang und teilweise super eintönig. Wir schaffen es tatsächlich uns beide bei Stürzen zu verletzen und Daffy & Daky verlieren so manche Schraube und der Koffer reißt, und die Röhren werden locker und jeden Tag findet Robert andere Teile, die diesen Belastungen nicht gewachsen sind. Er schraubt und flickt und kabelbindet und jeden Abend ist alles wieder gut bei Daffy & Daky. Nur leider die geprellte Rippe von Robert und mein Muskelfaserriss am Innenknie (Eigendiagnose) brauchen etwas länger. In 4 Tagen sind wir in China – vorher gönnen wir uns noch einen Erholungstag nach über 1.000 km auf Pisten durch die Gobi!

Die Gobi hat sehr karge Weiten
…. und sehr gut getarnte Tiere
Flachparken im weichen Sand
Robert schraubt seinen Blinker fest – mit Zuschauern
Seit über 1000 Kilometern sehen wir wieder Bäume und schlagen dort unser Zelt auf!

ride2seetheworld

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