Unser Bild von Costa Rica
Unser Bild von Costa Rica

Unser Bild von Costa Rica

In jedem Land auf unserer Reise erleben wir kleine Geschichten, Momente und Eindrücke die irgendwann zusammen ein Bild ergeben. Aus unserer Sicht besteht die Kunst des Reisens auch darin, dieses Bild nicht zu schnell entstehen zu lassen – oder es zu bewerten. Die Besonderheiten eines Landes auf sich wirken zu lassen und immer wieder neu zu erleben, das macht „das Neue“, „das Andere“ so spannend.

Heute möchte ich euch ein paar kleine Geschichten aus Costa Rica erzählen. Geschichten, die dazu beitragen, unser Bild von diesem Land entstehen zu lassen. Ein farbenfrohes, entspanntes, genussvolles Bild von einem kleinen Land in Mittelamerika.

Militär

Die Armee wurde 1949 abgeschafft! Und einige Jahre später der Beschluss gefasst, das eingesparte Geld in Bildung zu investieren. Darauf sind die Ticos (so nennen sich die Einheimischen selbst) auch heute noch stolz. Damit gehört es zu einem der sehr wenigen Länder auf der Welt, die ihr Militär einfach in den Ruhestand geschickt haben – wie schön!

Schutzgebiete für die Natur

25 % der Landesfläche sind geschützte Gebiete für Flora und Fauna. Eine bemerkenswerte Leistung für das Land! 4% aller nachgewiesenen Tierarten der Welt leben hier. So ist es nicht verwunderlich, daß uns wirklich überall irgendwelche Tiere begegnen.

Wir sind am Sonntag mit den anderen beiden „Workawaylern“ auf einem kleinen Fluss durch die Mangrovenwälder zum Meer gepaddelt. Überall krabbelt, fliegt und läuft etwas. Eine sehr beeindruckende Natur mit den vielen Luftwurzeln und unglaublich vielen Tieren.

Okay, diese zwei Informationen haben wir bereits im Vorfeld lesen können. Aber beides ist so bemerkenswert, dass ich es euch einfach erzählen musste. Oder?

Unsere Kajaktour durch die Mangroven
…mit Hindernissen
und diesem Ziel

Erzählen möchte ich euch vor allem von den kleinen Geschichten, die wir hier so erleben….

In der Ruhe liegt die Kraft

Nun sind wir ja zu Nutzern der öffentlichen Verkehrsmittel geworden und können schon nach wenigen Tagen unzählig viele „Busgeschichten“ erzählen: In San Jose, der Überlandbus fährt los wenn er voll ist. 😊 Bis dahin warten alle in Warteräumen auf Plastiksitzen, so kann der zuständige Kontrolleur problemlos sehen, wann ausreichend Fahrgäste auf die Abfahrt warten. Lustiges „Coronadetail“: in den offenen Wartehallen darf nur jeder zweite Platz besetzt werden, daher benötigt es zur Zeit zwei Wartehallen bis die Anzahl der Busreisenden komplett ist – denn im Bus muss wirklich JEDER Platz besetzt werden….

Wir warten bis genug Mitfahrer da sind

Hier auf dem Land fährt der Bus nach einem Fahrplan, jedenfalls so ungefähr! Es gibt einen Startort und ein Zielort und auf dem Fahrplan findet man die Abfahrtzeit vom Start. Nicht mehr! Keine Haltestellen zwischendurch, keine Uhrzeiten, keine gefahrene Route. Aber das wissen die Einheimischen ja. Wenn wir also zur Fähre mit dem Bus fahren, dann nehmen wir den Bus der in Cobano losfährt. Der ist dann etwa 30-40 min nach seiner Abfahrt in Paquera, wo wir zusteigen, um dann etwa 15 min später am Fährhafen zu sein. Als neulich der Bus sehr viel später erst kam, waren wir schon etwas nervös die Fähre zu verpassen. Jedoch durften wir lernen: Natürlich wartet die Fähre auf den Bus!

Und dann steigen wir in Puntarenas erneut in einen Bus, der direkt nach seiner Abfahrt nicht weiterfahren kann, da zwei Autos eng versetzt jeweils auf einer Seite der schmalen Straße geparkt wurden. Was passiert? Nix!!!!! Der Busfahrer hupt nicht, regt sich nicht auf und wartet, die Fahrgäste bleiben gelassen (Motto: was ich nicht ändern kann…) und alle gemeinsam warten auf den Moment, als einer der Autofahrer aus einem Shop kommt und freundlich winkend den Weg freimacht… In der Ruhe liegt die Kraft

Nachbarn

Wenn der Nachbar hier vorbeikommt, wird immer ein kleines Schwätzchen gehalten und neulich hat er dann Wilma erklärt, dass er uns gern seine Künste des Öffnens von Kokosnüssen zeigen möchte. Unglaublich welche Tricks er drauf hat und wie stolz er uns die präsentiert. Er entfernt die Kokosfasern z.B. auf einer Spitzhacke die mit einem Ende in den Boden gerammt ist. Und dann öffnet er die Nuss um an das Fleisch zu kommen mit der Rückseite der Machete. Gleichzeitig haben wir unendlich viele Kokosnüsse zum Essen und zum Trinken als Geschenk bekommen. Es waren so viele dass wir die Hunde damit füttern konnten. Sie lieben Kokos! Und natürlich kann Robert jetzt auch die ganzen Tricks….

Der Nachbar ist Meister im Kokosnuss öffnen

Auf dem benachbarten Grundstück stehen Kühe, so hübsche weiße mit langen Ohren. Etwa 3- bis 4- mal pro Woche brechen sie aus. Dann kommt irgendwann der Besitzer angeritten und sucht seine Tiere und treibt sie wieder zurück hinter den klapprigen Zaun, den er provisorisch flickt – bis zum nächsten Ausbruch.  

Die Kühe vom Nebengrundstück
Ein paar Bilder aus der Nachbarschaft
In Paquera
auch in Paquera

Essen

Kokosnüsse gehören hier zu unseren alltäglichen Freuden. Wann immer wir welche finden, die nicht von Aras, Eichhörnchen oder Nachbarn geöffnet wurden, nehmen wir sie für uns. Während ich hier schreibe schlürfe ich auch gerade wieder eine …..Außerdem haben wir schon so tolle Dinge wie Wurzeln der Yuccapalme und Palmenherzen (super lecker und ganz frisch) gegessen. Und wir lernen wieder neue Früchte kennen. Die Stachelannone (Guanabana) haben wir an einem Strauch ganz nah an unserem Zelt hängen. Die Frucht hat die Größe einer Honigmelone, ist aber sehr weich. Das Fruchtfleisch ist süßsäuerlich und fruchtig. Der Geschmack ist irgendwie mit nix mir bekanntem zu vergleichen… Manche mögen es sehr 😊 Die Natur ist so reich hier. Wir ernten auch Limonen und Bananen in unserem Dschungel. Ein Paradies!

Guanabana
Krislay mit selbstgeschlagenem Palmenherz

Und beim nächsten Mal erzähle ich euch etwas von unserer Arbeit, falls ihr Interesse daran habt. Vorher noch ein paar Bilder von dieser Woche zum Aufheitern.

ride2seetheworld

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