Chiapas, der Bundesstaat der Mayas
Chiapas, der Bundesstaat der Mayas

Chiapas, der Bundesstaat der Mayas

Seit einer Woche sind wir wieder in Mexiko und lernen erneut eine andere Facette von diesem abwechslungsreichen Land kennen. Wir sind in Chiapas, in dem Bundesstaat in Mexiko, der eine lange Grenze zu Guatemala hat und in dem wir dichte Regenwälder, bergiges Hochland, wilde Natur und viele Indigene finden. Der Bundesstaat hat 4,9 Millionen Einwohner und 14 verschiedene indigene Ethnien. Hier werden verschiedene Mayasprachen gesprochen und überall erleben wir ihre vielfältige Kultur.

Diese nette Familie spricht uns bei einer Pause an
...und steigt dann in die Familienkutsche

Wir bauen die Villa Verde auf, direkt an einem laut rauschenden Fluß in einem kleinem Dorf der Lakandonen. Die auffälligen weißen „Kleider“ der Männer erinnern uns an unsere Kinderverkleidung als Gespenst. Die Ethnie der Lankandones galt lange Zeit als eine der isoliertesten Nachfahren der alten Maya und noch heute bewahren sie ihr Erbe auch durch das Behüten von verschiedenen Mayastätten.

Villa Verde am Fluß
Kalt, starke Strömung, aber wir schwimmen hier sehr gern
Die traditionelle Kleidung der Männer
und die Frauen tragen die selben schlichten Kleider mit Blümchenmuster

Wir lernen hier Joris kennen, einen netten Holländer, der als Backpacker unterwegs ist. Zusammen besuchen wir die alte Mayapyramide von Bonampak, die uns durch ihre Wandmalereien wirklich umhaut.  In drei kleinen Räumen sind Malereien zu sehen, die im Jahre 900 entstanden. Wir stehen voller Ehrfurcht in den engen kleinen Räumen und überlegen uns, was diese Bilder uns erzählen wollen. Wir lassen sie einfach wirken!

Wir besuchen Bonampak
Von der Pyramide haben wir einen traumhaften Blick auf den Dschungel
Faszinierende Malereien
Türsturz mit Relief
Wunderschöne Stehlen

Auf dem Weg zur Mayapyramide mussten wir den hiesigen Flugplatz überqueren, der tatsächlich sogar als solcher in den Karten eingezeichnet ist. Es gibt kein Gebäude, keinerlei Infrastruktur und erst recht keine Flugzeuge, aber offensichtlich landen hier manchmal welche.

Die Landebahn

Dankbar für die wunderschöne Natur wandern wir mit Karla, einem einheimischen Guide, in den Dschungel. Karla erklärt uns viel über die Pflanzen und Bäume und ihre heilenden Wirkungen. Das Wissen der Mayas wird über Generationen weitergetragen. Die schwüle Hitze lässt uns mit Begeisterung in jedes Wasser hüpfen! Welche schöne Abkühlung bieten uns die Flüsse hier.

Unsere Tour durch den Dschungel
Karla, Joris und Robert
Herrlich erfrischend…

Die Einheimischen erzählen uns, daß es im März hier nie regnet, nur in diesem Jahr…. Der Regen lässt alle Zelter unter unserem großen Dach zusammenrutschen. Wir hatten es eigentlich nur als Schattenspender gewählt, aber die einheimischen Zelte sind tatsächlich nicht regendicht!!! Der Regen macht uns ja nichts aus, aber die Hitze vor den Regengüssen mit den dazugehörigen Angriffen aller stechenden Insekten ist schon ziemlich anstrengend. Nachts ohne Regenschauer kühlen inzwischen drei (3!) USB aufladbare Ventilatoren unsere Villa. Es ist wirklich sehr heiß und schwül hier. Tagestemperaturen bei 38 Grad und nachts im Zelt gefühlt nicht sehr viel weniger…

nach einer regnerischen Nacht wird es eng unter unserem Dach

Es zieht uns weiter in ein anderes interessantes Dorf im Dschungel: Wir besuchen „Las Guacamayas“ ohne zu wissen, was das Wort bedeutet. Als wir dann dort ankommen nach einer recht schwierigen und staubigen Anfahrt, können wir leider auch nicht nachschlagen, da es wirklich im gesamten Dorf keine Möglichkeit auf Internet gibt. Wir sind erstaunt über die sehr sauberen Straßen, die gepflegten, aufgeräumten Grundstücke und stellen fest, daß es im gesamten Ort kein Bier und kein Obst zu kaufen gibt. Vielleicht ist der Mangel an Bier, Obst und Internet der Grund für die Sauberkeit und Ordnung?? (Spaß) Wir fühlen uns hier sehr an Belize erinnert und forschen noch immer nach den Wurzeln dieser doch recht außergewöhnlichen Ansiedlung.

Als wir dann wieder Verbindungen zur Außenwelt aufnehmen können, erfahren wir auch die Bedeutung des Wortes „Guacamaya“. Es bezeichnet die Hellroten Aras, die wunderschönen, großen Papageien, die uns bereits in Costa Rica so begeistert hatten. Tatsächlich erleben wir sie hier das erste Mal seit Costa Rica wieder in Freiheit. Wie schön! Neben den Aras hören wir unglaublich viele Brüllaffen, beobachten Tukane im Baum und lassen den großen Fluss an uns vorbeifließen. Am Abend besuchen wir den einzigen Comedor im Ort und treffen auf ein altes Ehepaar. Sie erklären uns ihre drei verschiedenen Gerichte, die sie für uns kochen können und wir entscheiden uns für Hähnchenstreifen und einmal Rindfleisch mit mexikanischer Soße. Beides ist unglaublich lecker und mit einer großen Karaffe selbstgemachter Limonade bezahlen wir für alles 240 Pesos (10,80 Euro).  (Weil ich jetzt auch manchmal über Preise schreibe :-))

Im Comedor essen wir lecker und günstig
Alles ist sauber und gepflegt
Die Männer reiten abends heim
Die Jungs zeigen mir ihren 5 Tage alten Welpen

Die Straßen in Chiapas machen mal wieder richtig Spaß und umso weiter wir in Richtung Westen fahren, umso mehr Hügel, Berge und Kurven können wir unter unsere Reifen nehmen.  Da schlägt auch das Bikerherz wieder höher. Heute übernachten wir in Comitán, einer Stadt die wir nur ausgewählt haben, da wir mal wieder eine heiße Dusche, eine eigene Toilette, ausreichend Internetsignal und ein festes Dach über dem Kopf haben wollten. Mit Ausnahme von einer Übernachtung haben wir seit 20 Tagen ausschließlich gezeltet. Da haben wir auch mal Sehnsucht nach einer moskitofreien Unterkunft mit Wasser und Strom 😊.

Chiapas hat Berge!
Unterwegs sehen wir überall Chili zum trocknen

Bevor wir letzte Woche wieder nach Mexiko eingereist sind, gab es einen kurzen Abstecher in Guatemala nach El Remate. Auf dem Zeltplatz neben dem Hotel Gringo Perdido standen wir somit bereits zum 4ten Mal! Einer unserer absoluten Lieblingsplätze, der uns jedes Mal mit seiner Ruhe begeistert und uns sofort inneren Frieden schenkt. Seht selbst:

ride2seetheworld

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