Canyon und Chamanes
Canyon und Chamanes

Canyon und Chamanes

Wenn wir die Regelungen und Maßnahmen in Zusammenhang mit Corona in den verschiedenen Ländern betrachten, die wir seit März 2020 bereist haben, dann schütteln wir schon manchmal mit dem Kopf. Immerhin waren wir in diesem Zeitraum in Deutschland, Niederlanden, Polen, Litauen, Lettland, Estland, Finnland, Norwegen Schweiz, Italien, Griechenland, Costa Rica, Guatemala und jetzt in Nicaragua. Da kann man schon so manches vergleichen. Aber wir wollten uns dazu ja eigentlich nicht äußern. Aber heute haben wir den Knaller erlebt. Wir wollten Post nach Deutschland verschicken und sind dazu in die hiesige Postfiliale gegangen. Wir brauchten noch Briefmarken. Die netten Mitarbeiter haben uns dann erzählt, dass seit einem Jahr keine Post mehr ins Ausland verschickt werden kann. Post gibt es nur noch national!!! Als Erklärung dafür gab es dann nur ein Wort: Pandemia. Logisch, oder?

Roger, der Präsident der Chamanes Somoto

Aber eigentlich wollte ich euch von einer ganz tollen und unglaublich spannenden Begegnung erzählen. Wir sind in Somoto, einer kleinen Stadt im Norden Nicaraguas. Als wir am ersten Abend in eine nette Kneipe auf ein Bier gehen, lernen wir Roger kennen, der uns ganz stolz sein Motorrad präsentiert. Eine 200er Chopper mit vielen coolen Details, wie z.B. Lautsprechern. Roger ist der Präsident des hiesigen Biker Clubs! Los Chamanes Somoto sind ein Chapter eines recht großen Motorrad Clubs, den es in ganz Nicaragua gibt. Sofort verlässt er seine Arbeitsstelle (er ist hier eigentlich der Kellner) und fährt los um uns Chamanes-Aufkleber für unsere Motorräder zu besorgen. Und damit sind wir offiziell „Amigos“. Ab diesem Zeitpunkt kümmern sich die Jungs super um uns. Am Freitag machen wir zusammen mit 3 Mitgliedern des Clubs einen Ausflug in den nahegelegenen Canyon. Wir fahren einige Kilometer in der Gruppe, gehen zusammen schwimmen, machen einen Bootsausflug und wandern viel! Das ist lustig, weil die 3 echt nicht gewohnt sind, zu Fuß zu gehen und mit ihren Lederschuhen und Kutten auch nicht so die ideale Kleidung für Flußdurchwanderungen und hohen Temperaturen haben. Wir sind dafür mit unseren Badehosen nicht so schick 🙂

Gemeinsam fahren wir zum Canyon Somoto
… und wandern los
Tolle Bootsfahrt
bis zum beeindruckenden Canyon

Am Sonntagmittag holen die Jungs uns wieder in unserem Hotel ab und wir starten zu einer gemeinsamen Ausfahrt mit insgesamt 7 Motorrädern. Wir fahren super kurvige, kleine Straßen hoch auf 1300 Meter zu einem wunderschönen Aussichtspunkt, essen in einem kleinen Dorfcomedor zusammen und genießen einfach das Fahren in der Gruppe. Alle nehmen Rücksicht aufeinander und die unterschiedlichen PS-Zahlen der Motorräder sind kein Thema. Hier zählt die Gemeinschaft. 

Ein tolles Erlebnis! Alle sind so unglaublich stolz darauf, uns das Land zu zeigen und unzählige Fotos mit uns zu machen. Wir sind die Attraktion des Wochenendes. Sicherlich nähren wir auch so manche Träume – das Reisen mit den Motorrädern ist für alle ein riesiger Wunsch. Bei Gehältern, die bei etwa 100 – 200 US Dollar im Monat liegen und bei einer hohen Arbeitslosenquote jedoch ein wirklich ferner Traum! 

Auf jeden Fall haben wir hier im Norden Nicaraguas Freunde gefunden und auch wenn wir sehr unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen, verbindet uns die Liebe zum Motorradfahren.

Danke Roger für alles! Für uns waren die Ausflüge mit euch super schön!

Sonntags ist die Truppe noch größer
Kühe kreuzen die Strasse, wir warten
schöne Aussicht 🙂
Wir tauschen Sticker aus

So verlassen wir am Montagmorgen nach fast 4 Wochen Nicaragua und blicken zurück mit ein wenig Wehmut. Die Begegnungen in diesem Land waren etwas ganz Besonderes. Adios Chamanes, adios Nicaragua!

ride2seetheworld

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