Im Grenzgebiet zu Burma

Wir sind in Mae Sot! Bereits das zweite Mal… Mae Sot ist eine Grenzstadt, von der wohl jeder Urlauber sagen würde: Hier gibt es nix besonderes zu sehen. Wenn man aus Myanmar einreist, dann kommt man dort in Thailand an, man kann günstig Alkohol und Zigaretten kaufen und dann fährt man schnell weiter. Wir finden es toll hier! Die Stadt ist eine richtige „Multikulti“ Stadt, in der sehr viele Burmesen leben, einige chinesisch stämmige Thailänder, einige Moslems und ein paar Langnasen, die den vielen Flüchtlingen aus Burma (Myanmar) helfen. In Thailand leben geschätzt 1,5 Millionen Flüchtlinge aus Burma (Myanmar), davon etwa noch 150.000 in 9 offiziellen Flüchtlingslagern. Wir sind an zwei Lagern vorbeigefahren und konnten einen kleinen Eindruck von „aussen“ bekommen. Rein darf man dort nicht. Seit 1984 gibt es Flüchtlinge aus Burma und in den letzten Jahren wurden es aufgrund der schwierigen politischen Lage in Burma wieder mehr. Gerade weil auch meine Mutter in einem Flüchtlingslager ihre Jugend verbrachte, berührt mich das wirklich sehr….

Kinder aus Burma in Mae Sot
Der kleine Markt in der Stadt
Hinter den Frauen ist der Stacheldraht der Grenze
Auf dem Markt an der Grenze: Alkohol und Zigaretten
GS Battery aus Mae Sot 😉
Mopedlieferung! Die Mopedhändler tragen hier braune Schürzen 🙂
Ein bildschönes Mädchen

Wir haben in unserem wunderschönen Ban Thai Guesthouse in Mae Sot unsere Nachbarin Julie aus Amerika und Shyam aus Deutschland/Indien kennengelernt. Beide unterrichten als Freiwillige in einer Schule für burmesische Flüchtlinge und nachdem uns Julie in ihrem Bungalow zum Essen eingeladen hatte, lud sie uns auch ein die Schule zu besuchen. Das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Wir wohnen hier im Erdgeschoß (da ist es kühler)

Eine außergewöhnliche Erfahrung! Jeden Donnerstag essen alle Lehrer gemeinsam Mittag in der Schule und danach gibt es ein kleines Programm von den Schülern. Das Englisch der Schüler ist unterschiedlich gut – Ziel dieser Schule ist es, sie auf einen englischsprachigen Schulabschluss vorzubereiten. So konnten wir nicht immer alles verstehen aber es war sehr lustig und spannend alles zu beobachten. Es begann mit einem lustigen Sketch über das Reisen in ferne Länder (wie passend 😊). Dann wurde Francesca, eine Lehrerin, die heute ihren letzten Schultag hier hat, geehrt und verabschiedet: jeder Schüler der sie zum Abschied umarmen wollte, durft sich in einer Reihe anstellen und dann wurde ganz viel geknuddelt. Außerdem gab es die Ehrung der Schülerin des Monats, die Aktivitäten fürs Wochenende wurden bekanntgegeben (es gibt ein Frauenfussballspiel am Sonntag), Geburtstage mit Kuchen und Gesang gefeiert und zum Schluß durften wir mit Hilfe einer Weltkarte von unserer Reise berichten. Wie aufregend! Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen meine Nachricht an diese Schüler weiterzugeben: Wenn du einen Traum hast, dann arbeite an der Erfüllung dieses Traumes und sei mutig und JUST DO IT!

Zum Abschied habe ich noch aus dem schuleigenen kleinen Shop ein Bild gekauft, welches einer der Schüler von dem Flüchtlingslager in dem er aufgewachsen ist, gemalt hat. Auch am Umpiem Mai Flüchtlingslager sind wir vorbeigefahren und ich bin sehr glücklich dieses Bild mitnehmen zu können und gleichzeitig noch mit dem Geld die Schule zu unterstützen.

Wir besuchen die Schule
Ein Klassenzimmer mit Schülern
Ein Sketch wird aufgeführt und es wird viel gelacht
Die Lehrerin wird mit Umarmungen verabschiedet
Wir erzählen von unserer Reise und der Schulhund passt auf
Mein Bild vom Flüchtlingslager mit dem Künstler

Auf dem Weg nach Mea Sot vor ein paar Tagen hatten wir Klaus kennengelernt, einen netten, deutschen Motorradfahrer, der mehrere Monate jedes Jahr in Thailand lebt und hier vor allem Motorrad fährt. 😊 Mit ihm und seinem Kumpel Hans verbrachten wir zwei nette Abende mit leckerem thailändischem Essen (es ist so gut zwei Spezialisten bei der Bestellung dabei zu haben). Klaus empfahl uns die Straße 1090 nach Umphang und wir folgten gern seiner Empfehlung.  Eine weitere Traumstraße für Motorradfahrer!

Kurven ohne Ende auf der 1090
Kleine Dörfer auf dem Weg

In der Nähe von Umphang gibt es einen großen Wasserfall, den wir eigentlich ansehen wollten. Aber die freundliche Dame am Kassenhaus sagte nur „ NO BIKES“. Tatsächlich sind in diesem Nationalpark nur Autos erlaubt. Wir wissen nicht, ob es daran liegt, dass hier noch Tiger leben oder wie die Dame an der Kasse sagte, weil die Wege für Zweiräder so schwer zu fahren sind. Wir waren auf jeden Fall enttäuscht und zogen etwas beleidigt davon. Da wir dort zelten wollten, war es für uns keine Alternative ohne Daffy & Daky in den Nationalpark zu fahren, auch wenn uns ein netter Thailänder gleich anbot uns in seinem Auto mitzunehmen. Doch dieser Nachmittag bei Umphang ging auch irgendwie blöd weiter: Wir fanden einen Platz an dem wir unser Zelt aufstellen durften neben einer Rangerstation und beim Abstellen von Daffy, brach plötzlich der Seitenständer ab. Fast zeitgleich schaute sich Robert den Motorblock von Daky an und musste feststellen, dass die Simmerringe der Wasserpumpe undicht waren – es tropfte Kühlflüssigkeit raus! KEIN GUTES ENDE EINES WUNDERSCHÖNEN FAHRTAGES. Also bedankten wir uns nochmal bei dem Ranger, bei dem wir eben die Erlaubnis für das Zelten bekommen hatten und erklärten ihm, warum wir doch lieber im Ort nächtigen möchten. Dort fanden wir einen etwas mauligen Mopedschrauber, der versprach am nächsten Morgen den Seitenständer zu schweißen (es war bereits nach 17 Uhr und er hatte offensichtlich keine Lust mehr zu arbeiten). So begann der nächste Morgen mit dem Schweißen des Seitenständers für Daffy und danach führte Robert die OP am „offenen Herzen“ bei Daky durch. Austausch der Simmerringe, die er seit 15 Monaten im Gepäck hat. Er ist einfach der beste Mechaniker auf der Welt!! Für mich sieht das alles hochkompliziert aus und ich bin mir auch wirklich sehr sicher, dass der maulige Mopedschrauber aus dem Dorf so etwas niemals hinbekommen hätte. Ehrlicherweise sind wir auch etwas gespannt wie lange seine Schweißarbeit beim Seitenständer halten wird…..

OP am offenen Motorblock

Nach einem anstrengenden Schraubertag für Robert, sind wir am Nachmittag dann noch einige Kilometer weiter an einen „kleinen“ Wasserfall gefahren, der 5 Kilometer tief im Wald liegt. Ein etwas schwierigerer unbefestigter Weg, eine kleine unbewohnte Rangerstation und wunderschöne Natur für uns allein waren die Belohnung! Villa Verde aufbauen, ein selbstgekochtes Essen, ein traumhafter Sternenhimmel und am Morgen das Wasser aus dem Palatha Wasserfall. Pures Glück!

Villa Verde an einer einsamen Rangerstation mit neuen Toiletten
Traumhafte Natur am Palatha Wasserfall

Die Rückfahrt nach Mae Sot wurde etwas getrübt, durch den sehr getrübten Himmel! Wirklich überall beginnen die Thailänder die Felder und auch die Wälder abzubrennen und die Rauchschwaden ziehen durch das ganze Land und vernebeln die Sicht. Hier zerstören die Menschen die wunderschöne Natur noch zusätzlich mit ihren Feuern – das macht traurig. Warum verbrennt man das Unterholz in den Wäldern? Brandrodungen um neue Felder zu gewinnen sind auch üblich, obwohl sie illegal sind! SO UNGLAUBLICH SCHADE!

Unglaublich viele Brände unterwegs

Heute schraubt Robert mal wieder. 😊 Daffy & Daky bekommen beide eine neue Kette, neues Ritzel und Kettenrad. (Es fehlen schon ein paar Zähne!) Der letzte Austausch des Kettensatzes hat Robert in Italien bei Chris gemacht. Kann uns jemand ausrechnen wie viele Kilometer wir seit Rom gefahren sind? Jürgen, kannst du das? Jetzt haben wir 53.000 km „auf der Reiseuhr“ – aber wieviel hatten wir in der Mitte Italiens im März 2019?

Ich liege mal wieder in meiner Hängematte, schreibe am Blog und bereite schon unsere Weiterreise in den Süden Thailands vor. Bis zum 18.02. dürfen wir noch im Land bleiben (Visum) und bis dahin werden wir uns noch so manches ansehen….

ride2seetheworld  

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