Dankbar ins neue Jahr
Dankbar ins neue Jahr

Dankbar ins neue Jahr

Wir brechen auf in Richtung Spanish Lookout, einer mennonitischen Gemeinde mitten im Landesinneren. Dort wollen wir unsere Villa Kunterbunt (sie hat jetzt endlich einen Namen!) im Gemeindepark aufstellen.
Unsere beiden Navigationsapps sind sich einig: Es gibt einen direkten Weg – quer durch Felder, abgelegen, klein, genau unser Ding. Für uns ist klar: lieber 100 Kilometer Nebenstraßen als 230 Kilometer Hauptverkehr.

Nach etwa 30 Kilometern lernen wir allerdings: Für diese Straße braucht man eine Genehmigung. Die bekommt man in einem Tourismusbüro in Belize City. 150 Kilometer entfernt! Keine andere Chance, auch wenn der nette Ranger mit 2 Vorgesetzten telefoniert, um uns doch durchzulassen.
Also drehen wir um, hoppeln die 30 Schlaglochkilometer zurück und nehmen dann doch die große Runde. Ein langer Fahrtag, aber irgendwie finden wir unterwegs nichts, das uns zum Bleiben reizt.

Kleine unbefestigte Wege führen nicht immer zum Ziel

Erschöpft erreichen wir Spanish Lookout, bauen unser Zelt im Park unter dem Dach auf – gerade noch rechtzeitig, bevor ein heftiger Regenschauer losbricht. Geschafft – im doppelten Wortsinn.

Unsere Villa Kunterbunt im Gemeindepark
…erreichbar durch diese Furt
Jede Sitzgruppe mit eigenem Grill (und eigenem Namen)

Am nächsten Morgen lernen wir unsere Nachbarn kennen: Peter und Elisabeth mit ihrem österreichischen Camper. Die Sympathie ist sofort da. Er schwärmt vom Park – saubere Toiletten, überdachte Sitzplätze, große Grills – und ich sage spontan: „Dann lass uns doch grillen!“
Die Mennoniten sind bekannt für gute Tierhaltung, also gemeinsamer Einkauf im riesigen Farmers Trade Center – und ein sehr leckerer Grillabend im Gemeindepark. Im Dunkeln erkunden wir dann noch gemeinsam den Park mit handbetriebener Fähre.

Fährfahrt in der Nacht
Fährfrau Barbara

Silvester sind wir mit Bert und Marianne verabredet, die wir auf der Straße vor ein paar Tagen kennengelernt hatten. Wir brechen also zu viert in Spanish Lookout auf, halten an einem Meatshop und bringen riesige T-Bone Steaks mit nach San Ignacio. So verbringen wir den 31.12.25 zu sechst. Ein herrlicher Grill-Camper- Beisammensein Abend mit belizianischem Steak und holländischer Tradition: Oliebollen – keine Böller, sondern frittierte Leckerei.
Zum Glück wird in Belize wenig geknallt. Ein paar schöne Feuerwerke aus der Stadt begleiten uns ins neue Jahr, Bert zaubert sogar noch eine Flasche Sekt hervor. Ein perfekter Start ins Jahr 2026. Am 01.01. weckt uns ein bekanntes krächzendes Geräusch. Zwei wunderschöne Tukane besuchen unseren Campingplatz – und wenig später nochmal 3 andere der bunten Gesellen. Dankbar für diesen tollen Start.

Silvester mit Elisabeth, Peter, Marianne und Bert
Die ersten Besucher am Neujahrsmorgen

Unsere erste Moped-Ausfahrt des Jahres ist ein Volltreffer.
70 Kilometer neue Straße, keine Bebauung, keine Ampeln, keine Speedbumps. Nur Kurven, Hügel und Natur – fahren, fahren, fahren.
Die Straße nach Caracol ist ein absoluter Bikertraum. Wir stehen so beseelt am Eingang der Maya-Ruinen, dass wir kurz überlegen, ob wir überhaupt hineingehen wollen. Schöner kann es doch kaum noch werden – alle unsere Glückshormone tanzen bereits Salsa.

Die Fahrt nach Caracol
Achtung! Ein Foto mit Barbara als Motiv 🙂

Zum Glück gehen wir rein.
Schon auf der ersten Pyramide sitzen wir auf Augenhöhe mit einer Gruppe Brüllaffen, kaum zwei Meter entfernt. Blättermampfend und vollkommen unbeeindruckt von uns. Die alten Steine, die Geräusche des Dschungels – alles fängt uns wieder ein.

Brüllaffen auf Augenhöhe
Wir klettern auf jede Pyramide

Nach drei Stunden meldet sich allerdings der Hunger. Und erstaunlicherweise gibt es hier keinen Kiosk, kein Restaurant. Glücksgefühle machen eben nicht ewig satt. Wir fragen Einheimische: das nächste Restaurant findet ihr erst 60 Kilometer zurück.
Auf dem Rückweg dann die Erkenntnis: Beide Mopeds haben Durst. Großen Durst.
Erst Lika. Dann – gleiche Kurve – Luna. Beide leergefahren.

Wir schalten auf Reserve, rollen bei jedem Gefälle im Leerlauf, sparen an jedem Berg. Minimalverbrauch wie früher, als Geld und Benzin immer gleichzeitig knapp waren. Erinnerungen kommen auf – meine MTX 80 war regelmäßig leer.
Wir schaffen es mit Luftanhalten bis San Antonio. Die Tanklösung aus Plastikflaschen findet Robert zwar weiterhin grenzwertig – aber heute ist sie alternativlos. Und das Burgerrestaurant im Dorf hält was uns versprochen wurde. LECKER!
Ein außergewöhnlich schöner Tag im Chiquibul Forest Reserve endet satt, erleichtert und glücklich.

Alternativlos….
Wir erreichen das Dorf und das Restaurant!

Es zieht uns ans Meer. Wir wollen Bert und Marianne noch einmal treffen, bevor sie Belize verlassen.
Hopkins: Campingplatz direkt am Wasser, Karibik, Sonne, gute Gespräche. Marianne kocht für uns und wir bringen eine kleine Flasche belizischen Rum mit. Ein wertvoller Abend, der in Erinnerung bleibt. Am nächsten Morgen verabschieden wir uns etwas traurig– ihre Versicherung läuft ab, sie müssen weiter auf ihrem Weg nach Alaska. Hoffentlich kreuzen sich unsere Wege wieder.

Bert und Marianne verlassen den Campingplatz
Wir bleiben noch ein paar Tage…

Hopkins ist das kulturelle Herz der Garifuna.
Wir beobachten eine Schulklasse: etwa 35 Kinder, ein weißes Mädchen, sonst nur schwarze Kinder. Kunstvolle Zöpfe mit Perlen, lachende Gesichter, gelb-braune Schuluniform. Ein einfaches Ballspiel, zwei Gruppen – und als die Gewinner feststehen, explodiert die Freude. Jubel, Purzelbäume, Umarmungen. Diese ungefilterte Lebensfreude schwappt direkt zu uns über.

Überall hören wir:
„Hi Sister, Hi Bro, how are you?“

Selbst die KI sagt: Hopkins ist das freundlichste Dorf Belizes.

Und ja – ich könnte euch jetzt unzählige Fotos zeigen:
Palmen vor blauem Himmel, leere Strände, perfektes Licht, Sonnenauf- und -untergänge, Meer und Kokosnüsse.
Aber manchmal braucht es nicht noch mehr Bilder.

Das Wetter ist perfekt.
Die Menschen hier sind offen, fröhlich und lebensbejahend.
Die Begegnungen wertvoll.

Wir sind zutiefst dankbar und sehr glücklich.

ride2seetheworld

7 Kommentare

  1. Margret Tarrach

    Grade habe ich nach einiger Zeit Eueren Block wiedergefunden. Ich beneide Euch, nutze alles so lange Ihr es noch könnt. Wir würden auch gerne wieder nach Spanien fahren, aber unsere Gesundheit sagt im Moment,lieber nicht. Ich wünsche Euch ein gutes und gesundes neues Jahr, liebe Grüße von Margret

  2. Jens Herzner

    Schön das ihr gut ins neue Jahr gekommen seid.
    Die Bilder sind alle der Hammer.
    Da kann auch mal zurück fahren und einen neuen Weg einschlagen.
    Für diese Landschaft, würde ich jetzt tauschen wollen.
    Wir haben gerade richtigen Frost in Chemnitz.
    Euch noch ein gute Weiterfahrt.

  3. Hans-Werner Neumann

    Ich freue mich von Herzen für Euch! So vieles erinnert mich an eigene Erlebnisse…

    Und ja, Dankbarkeit ist so elementar wichtig. So vieles in unseren Zeiten könnte einen zur Verzweiflung bringen, und verstellt einem schnell den Blick auf das Gute, das einem immer auch begegnet.

    Belize kommt übrigens – dank Euch – auch auf die Liste mit alternativen Orten, an denen ich mir ein Leben gut vorstellen könnte…🙂

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