Sonne, Meer und der perfekte Campingplatz
Sonne, Meer und der perfekte Campingplatz

Sonne, Meer und der perfekte Campingplatz

In den letzten zwei Wochen kommt er endlich so richtig zum Einsatz: mein edler Secondhand-Sonnenhut, den ich mir damals im Regen in Guatemala gekauft habe. Mit einem Kabelbinder hat mein Supermechaniker auch noch die Krempe hochgebunden – und jetzt ist er nicht nur stylisch, sondern auch richtig praktisch.

Wir sind in Mexiko. Wir sind an der Pazifikküste. Und wir lieben es.

Als Erstes folgen wir einer Empfehlung von Cisco aus Guatemala. Er hatte uns von einem kleinen, besonderen Ort erzählt: ein winziges Dorf, ein charmantes Hotel, eine Lagune voller Mangroven und unberührter Natur – und dazu ein endloser, vorgelagerter Strand.

Wie so oft finde ich das Hotel auf keiner Buchungsplattform. Aber bei Google Maps entdecke ich eine Telefonnummer. Ich schreibe einfach hin – und bekomme sofort eine freundliche Antwort. Der Preis: 90 Euro pro Nacht inklusive Frühstück. Deutlich mehr, als wir normalerweise ausgeben. Aber manchmal darf man sich ja auch etwas gönnen…

Als wir am nächsten Tag in Chocohuital ankommen, sind wir sofort begeistert. Bis uns der Mitarbeiter erzählt, dass es im Dorf aktuell keinen Strom gibt. Ich stelle mir vor: über 30 Grad, kein Ventilator, keine Klimaanlage – und dafür so viel Geld bezahlen? Nein danke. Da gefällt mir unser luftiges Zelt doch deutlich besser.

Also frage ich kurzerhand: „Können wir auch einfach unser Zelt in eurem wunderschönen Garten aufstellen?“
„Na klar“, kommt die entspannte Antwort.

Und so landen wir an einem absoluten Traumplatz: auf einer Holzplattform mit Blick aufs Wasser, mit einer frischen Brise vom Meer – und genießen die tolle Hotelanlage zu einem Bruchteil des Preises. (Der Strom wäre übrigens zwei Stunden später wieder da gewesen …)

In der ersten Etage ist der Wind frischer
Die Hotelanlage ist echt schön
Wenn ich mal ein Haus habe, möchte ich auch so eine Hängematte

Für den nächsten Morgen buchen wir eine Bootstour durch die Mangroven. Bei der Preisverhandlung frage ich halb im Spaß: „Ist ein Kaffeeservice inklusive?“
Ich staune nicht schlecht, als der Bootsführer am nächsten Morgen um 6:30 Uhr mit seinem Sohn auftaucht – und tatsächlich zwei Porzellantassen und eine Kanne frisch gebrühten Kaffee dabeihat.

Dann geht es los: zweieinhalb Stunden durch die Mangroven. Ich liebe diese Orte. Diese Stille. Diese unglaubliche Vielfalt an Vogelstimmen. Sobald der Motor aus ist, hört man nur noch die Geräusche der Natur.

Mit einem langen Stock schiebt uns der Sohn vorsichtig durch die engen Wasserwege. Jedes Tier, das er entdeckt, zeigt er uns voller Stolz: ein Eisvogel hier, ein Reiher dort – und schließlich sogar zwei Krokodile.

Und dann, auf dem Rückweg, schwimmt plötzlich ein Babykrokodil an uns vorbei. Vielleicht 20 bis 25 Zentimeter groß – gerade erst geschlüpft. Ich hoffe sehr, dass es zu den wenigen gehört, das überlebt und einmal ein großes, starkes mexikanisches Krokodil wird.

Wunderschöne Tour am Morgen
In den Mangroven

Ein paar Tage später fahren wir weiter, in die Nähe von Puerto Escondido – zu dem Campingplatz, auf dem wir 2021 Weihnachten verbracht haben. Wird es wieder so schön?

Wie so oft ist das Zurückkommen ein wenig ernüchternd. Damals war es vor allem die besondere Atmosphäre und die tollen Begegnungen, die den Ort für uns so magisch gemacht haben. Dieses Mal stehen wir zwei Tage lang allein auf dem Platz. Wir genießen zwar den Pool, aber die Wellen im Meer sind zu stark zum Schwimmen – und die Moskitos sind wirklich nervig.

Erst als Robert vorschlägt, unser Moskitonetz auf einer erhöhten Terrasse aufzubauen, wird es etwas besser. Und genau in diesem Moment erzählen uns unsere netten Nachbarn Theresa und Andi von einem anderen Ort: etwa 80 Kilometer entfernt, näher am Meer, mit weniger Moskitos – und vor allem mit einer Bucht, in der man wunderbar schwimmen und schnorcheln kann.

Das Meer ist wild
Camping Casa Colibri
Viele Moskitos

Also beschließen wir kurzerhand: Wir ziehen weiter.

Inzwischen haben wir eine ziemlich klare Vorstellung davon, wie unser perfekter Campingplatz am Meer aussehen muss:

  1. Ein Meer, in dem man baden kann
  2. Ein schöner Sandstrand
  3. Saubere Toiletten
  4. Ein schattiger Platz für unser Zelt
  5. Nette Menschen
  6. Ruhe
  7. Möglichst wenige Moskitos

Und tatsächlich: Wir finden ihn.

Don Taco in der Bahía de San Agustín erfüllt all diese Wünsche – und sogar noch mehr.

Gemeinsam mit Theresa und Andi kochen wir abends, tauschen Geschichten aus – sie sind seit einem Jahr mit ihrem Landrover in Südamerika, Mittelamerika und Mexiko unterwegs. Die Abende werden lang, das Bier und der Mezcal schmecken, und wir verstehen uns sehr gut. Direkt vor dem Campingplatz liegt ein kleines Riff und beim Schnorcheln entdecken wir gemeinsam eine unglaubliche Vielfalt an bunten Fischen.

Perfekter Platz
mit Besuch am Morgen

Als wäre das nicht genug, findet im Dorf auch noch ein Sportfischer-Wettbewerb statt. Schon früh am Morgen herrscht geschäftiges Treiben am Strand. Um 7 Uhr starten alle Boote gleichzeitig – mit dem Ziel, den größten Fang und das Preisgeld von 25.000 Euro zu holen.

Am Nachmittag wird der Siegerfisch gekürt. Ein spannendes Spektakel, das wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Über 106 Kg hat der dickste Fisch!!! Und für nicht mal 10 Euro kaufen wir uns auch gleich noch 1,5 Kilo frischen Marlin.

Die Bucht ist voller Boote
Wettbewerb der Sportfischer
Die Boote bringen ihre Beute an Land
Davon kann man länger essen….
Hier kaufen wir uns auch etwas.

Es fühlt sich gerade wie ein kleines Paradies an – und wir genießen jeden einzelnen Moment ganz bewusst, vielleicht auch, weil wir wissen, dass uns in einer Woche der Flieger zurück nach Deutschland bringt und das Meer dann erst einmal wieder in die Ferne rückt.

ride2seetheworld

Ein Kommentar

  1. Jens Herzner

    Liebe Grüße aus den nicht tollen Land Deutschlands.
    Wie auch immer, es ist für euch ein tolles Abenteuer.
    Leider sind es Momente,die immer bleiben.
    Es hat echt Spaß gemacht diese Reise mit zu folgen.
    Dankeschön für diese schönen Bilder und Texte von euch.
    Liebe Grüße Jens

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