Der Río Lempa wird als das Herz des Wassersystems von El Salvador bezeichnet. Rund 70 % der Wasserressourcen des Landes speisen sich aus ihm, und seine Wasserkraftwerke liefern einen großen Teil des Stroms. Und schön ist er obendrein – dieser breite, mächtige Strom, der sich ruhig durch die Landschaft zieht.
Wir folgen seinem Lauf, bleiben möglichst nah am Wasser – ganz gleich, wie es um den Straßenbelag bestellt ist. Die Ausblicke faszinieren uns immer wieder aufs Neue.



Nach einem kurzen Zwischenstopp in Ilobasco zieht es uns schon bald wieder in die Berge. Zu verlockend sind diese unglaublich steilen, kurvigen Strecken. Schließlich finden wir einen Campingplatz in der Nähe von Perquín auf etwa 1200 Metern Höhe – hoch genug, um abends den Hoodie hervorzuholen. Und Robert greift natürlich auch gleich wieder zu seiner „Schlafimütze“, die bei Nachttemperaturen unter 15 Grad für seine empfindliche Seele unverzichtbar ist.
Die Landschaft wirkt karg und felsig, fast unwirklich – als wären wir deutlich höher, als es die Zahlen vermuten lassen. Dazu kommt, dass wir die meiste Zeit allein auf dem Campingplatz sind. Es fühlt sich ein bisschen so an, als wären wir auf einem anderen Planeten.




Ein Tagesausflug führt uns über hervorragend ausgebaute, neue Straßen zu den Cascadas Las Pilas – ein magischer Ort. Das Gelände rund um die Wasserfälle ist privat, doch für 5 Dollar Eintritt erleben wir ein Tourismusprojekt, das rundum überzeugt: liebevoll angelegte Wege und Brücken, eine kleine Gastronomie, zahlreiche Sitzgelegenheiten, saubere Toiletten und Umkleiden sowie mehrere Zugänge zum kristallklaren, erfrischenden Wasser. Wir verbringen Stunden hier – und genießen jede einzelne. Dieser Ort strahlt eine unglaubliche Ruhe aus. Später erfahren wir, dass der Besitzer Salvadorianer ist, sein Geld jedoch über viele Jahre in den USA verdient hat. Nun ist er zurück in seiner Heimat und möchte seinem Land etwas zurückgeben. Das ist ihm wirklich beeindruckend gelungen.





Am Abend sitzen wir bei einem Bier und köstlichen Spaghetti mit Tomatensauce vor unserem Zelt, als eine einheimische Familie auf uns zukommt. Die Neugier ist hier groß – kaum jemand geht einfach wortlos vorbei. Schnell kommen wir ins Gespräch: Woher wir kommen, wie uns das Land gefällt, was wir noch vorhaben. Am Ende geben sie uns noch einen Tipp für den schönsten Strand des Landes.
Der Sonntag scheint uns perfekt dafür – auch wenn wir ahnen, dass wir dort nicht allein sein werden. Und genau so kommt es: In El Cuco angekommen, staunen wir über die vielen Menschen. Stundenlang stehen die Familien im Wasser, liegen in Hängematten oder sitzen entspannt in Restaurants und schlemmen. Die Salvadorianer feiern das Wochenende – und das Leben.
Wir schlagen unser Zelt direkt neben den Fischerbooten auf. Wir sind so entspannt, das wir sogar zu faul sind mit dem Motorrad ins Dorf zu fahren. Trampen geht hier wunderbar. Jeweils der erste Pickup hält an…..
Doch schon am Montag zeigt sich ein ganz anderes Bild: Außer ein paar wenigen Surfern sind nur noch die Fischer da – und wir. Kilometerlange, menschenleere Strände laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Und ja, mein Sonnenhut hat hier definitiv Hochbetrieb.











Dieses kleine Land El Salvador überrascht uns immer wieder: Kaum irgendwo sonst liegen so unterschiedliche Landschaften und Klimazonen so nah beieinander – oft reicht schon eine Fahrt von zwei Stunden, und man findet sich in einer völlig neuen Welt wieder.
ride2seetheworld

Wunderbarer Bericht….es ist eines der schönsten Länder der Welt.
Da ich El Salvador hauptsächlich drei Jahre während des Bürgerkrieges erlebt habe…muss es jetzt zu “ Friedenszeiten“ noch viel besser sein…genießt Natur und die herzlichen Menschen.
LG
Dirk
Wieder einmal war es eine Freude, deinen Blog zu lesen und die wunderschönen Fotos zu betrachten. Jetzt habe ich Lust, diese Orte auch zu besichtigen. Bis bald ihr Lieben Gruß Uloa