Abschied von einem Herzensland – El Salvador
Abschied von einem Herzensland – El Salvador

Abschied von einem Herzensland – El Salvador

Heute verlassen wir nach zwei Monaten El Salvador. Und was für ein Abschied das ist!

An der Grenze werden wir überrascht: Freundliche junge Frauen verteilen gekühltes Wasser und eine Touristenkarte des Landes. Eine tolle Erinnerung. Kurz darauf entdeckt uns ein Fernsehteam, kommt ins Gespräch – und macht direkt eine kleine Aufnahme mit uns.
„Warum seid ihr nach El Salvador gekommen? Was hat euch besonders gefallen? Wollt ihr wiederkommen?“

Und tatsächlich schaffen wir es, auf Spanisch zu erklären, was wir wirklich fühlen: Wir haben uns in dieses Land verliebt. Und ja – wir werden ganz sicher zurückkommen. Unsere Lieblingsorte können wir gar nicht alle aufzählen. In diesen zwei Monaten haben wir insgesamt sechszehn verschiedene Orte besucht. Doch egal wo wir waren – nirgendwo auf der Welt haben wir uns bisher so willkommen gefühlt wie hier. Die herzliche, offene Art der Salvadorianer ist einfach überwältigend.

„Glückliche Reise wünscht Ihnen die Republik El Salvador“ – wir verlassen das Land über eine Brücke nach Guatemala
und werden auch noch interviewt…

Die letzten Tage verbringen wir in Santa Ana – etwas ruhiger als geplant. Barbara hat mit gesundheitlichen Herausforderungen zu kämpfen, und so bleiben wir viel im Hostel, kommen ins Gespräch mit anderen Reisenden: zwei junge Männer aus Deutschland, ein Ehepaar aus England und unglaublich herzliche Kolumbianer.

Wenn es geht, spazieren wir durch die Stadt. Santa Ana zeigt dabei auch viele raue, weniger schöne Seiten. Vielleicht liegt es an der Krankheit und dem nahenden Abschied, dass alles ein wenig wie durch einen grauen Schleier wirkt. Und doch gibt es diese besonderen Momente: der Aufstieg auf die Kathedrale, der weite Blick über die Dächer – beeindruckend und versöhnlich.

Die Kathedrale ist voll am Palmsonntag
Wunderbare Ausblicke vom Dach
Santa Ana
Auch die Strassenhunde dürfen rein
Am Abend mit Mond

Der Platz vor der Kathedrale wird schnell zu unserem Lieblingsort. Immer wieder sitzen wir hier, essen Torta – ein belegtes, oft warmes Sandwich im Baguette-Stil –, Pupusas, die typisch salvadorianischen, gefüllten Maistortillas, oder süßen Plátano Relleno, eine gefüllte Kochbanane mit einer puddingartigen Füllung, verfeinert mit Zimt und Rosinen – und beobachten das Leben. Auch die Einheimischen verbringen hier Stunden. Es ist ein Ort voller Ruhe und gleichzeitig voller Leben.

Das Theater ist auch renoviert
Kochbanane mit süßer Füllung, Zimt und Rosinen

Die Fahne weht im Abendlicht

Was tragen wir nach zwei Monaten El Salvador im Herzen?

Vor allem eines: die Menschen. Offen, herzlich und voller Lebensfreude. Man spürt deutlich, wie sehr sich das Land verändert hat. Viele erzählen, dass sie sich heute frei fühlen – dass sie reisen können, ohne Angst, andere Stadtviertel besuchen, ihr eigenes Land neu entdecken. Der Präsident wird von vielen verehrt, seine Politik ist drastisch und international nicht unumstritten. Doch was wir vor allem wahrnehmen, ist die Erleichterung der Menschen – das Gefühl, endlich aufatmen zu können. Bukele hat das Land von einem der gefährlichsten der Welt in ein sicheres Land verändert.

Zimmerschlüssel mit Präsident
Die Familie von Nayib Bukele im Kalender

Auch landschaftlich hat uns El Salvador beeindruckt: Tolle Motorradstrecken, Vulkane, üppige Natur – auch wenn sie jetzt, am Ende der Trockenzeit, vielerorts ausgedörrt wirkt. Und doch: Ein paar Regentage genügen, und alles wird wieder sattgrün. Überraschend sind die vielen blühenden Bäume und Sträucher trotz der Trockenheit. Und überall diese riesigen, alten Bäume – kraftvoll und still. Sie berühren mich jedes Mal aufs Neue. Und natürlich die Traumstrände vom Pazifik.

Trockenzeit in Zentralamerika
Es wird grün am Rio Lempa
Wunderbare Bäume und Blühendes

Dazu kommt das Wetter: fast immer Sonne, oft eine leichte Brise – vom Meer, von Flüssen oder aus den Bergen. Ein angenehm konstantes Klima, das sich nur durch die Höhenlagen leicht verändert.

Und dann sind da all die kleinen Bilder, die bleiben: ein junges Mädchen, das uns Hilfe bei der Übersetzung anbietet, der Polizist der uns einläd, mit ihm einen Kaffee zu trinken, die bunten Wandmalereien, Obstverkäufer an den Straßen, die mit uns plaudern, lachende Marktfrauen… Es sind diese bunten, positiven Momente, die in Erinnerung bleiben.

Was soll ich sagen?

El Salvador hat uns mitten ins Herz getroffen. Und zum ersten Mal auf unserer Reise können wir uns tatsächlich vorstellen, hier eines Tages mehr als nur Gäste zu sein.

ride2seetheworld

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