Italien als Transitland

Sardinien hat uns auch in den letzten beiden Tagen, die wir dort verbrachten, sehr begeistert. Am Montag treffen wir uns nach einer etwas durchfeierten Nacht gegen Mittag mit Iris und Thomas am Felsbogen S’Archittu bei Oristano und verbringen eine ruhige Mittagszeit bei Sonne und netten Gesprächen mit Blick auf diese gigantische Felsformation im Meer.

Mittagspause an Barbaras Geburtstag – S’Archittu bei Oristano
Die Gegend ist wunderschön

Gegen Nachmittag fahren wir in Richtung Osten – in die Berge. Die Suche nach einem Wildcampingplatz ist heute nicht einfach. Auf Sardinien galt früher auch das Recht des „wer ein Grundstück ummauert, dem gehört es“ Daher sind wenige Flächen frei zugänglich und die sind dann meistens zu steil für unser Zelt. Nach etwa einer Stunde des Suchens finden wir jedoch eine nette Bergwiese, die unser Schlafplatz für die letzte Nacht auf Sardinien wird.

Unsere letzte Übernachtung auf Sardinien
In den Bergen gibt es immer wieder Überraschungen auf der Strasse
so etwas sieht man nicht so oft….
In der Dämmerung querte eine kleine Herde Widder unseren Weg
Die Berge Sardiniens bei Arbatax

 Am nächsten Tag geht es durch die tolle Bergwelt wieder nach Arbatax, wo wir uns ein nettes Abendessen in einem der wenigen geöffneten Restaurants gönnen, um dann gegen 22 Uhr an der Fähre zu sein. Da das Schiff bereits von einem anderen Hafen kommt, sind wir wirklich die letzten Fahrzeuge, die auffahren – unser Glück! Am nächsten Morgen im Hafen in Civitavecchia gibt es zunächst etwas Unruhe bei den Passagieren, weil nur Passagiere, die ohne Fahrzeuge unterwegs sind, von Bord gehen dürfen. Mit meinen eingeschränkten Italienisch-Kentnissen verstehe ich etwas von einem Tor, dass nicht zu öffnen ist. Also laufen Robert und ich hoch auf das Deck 8, um zu überprüfen, ob die Ladeluken die Verbindung zum Land herstellen. JA…. So kann es also nur ein Tor innerhalb des Schiffes sein, welches sich noch verschlossen lässt! Und genau so ist es: das Sicherheitsschott öffnet sich nicht – und wir stehen glücklicherweise davor. Also können wir mit unseren Motorrädern und ganz wenigen anderen Autos von der Fähre runterfahren, während alle anderen auf die Reparatur des Schotts warten müssen. Wir hoffen, dass sie zwischenzeitlich das Schiff auch verlassen konnten….

Die Fähre fährt ans italienische Festland
Das Schott hinter unseren Motorrädern ist verschlossen und alle Fahrzeuge dahinter kommen nicht von Bord…

Wir fahren vom Hafen aus direkt zu Chris und Francesca südöstlich von Rom. Dort warten bereits Ersatzteile auf uns, die wir im Januar dorthin gesandt hatten. Chris lernten wir auf einem Horizon Unlimited Meeting Anfang November 2017 kennen, bei dem er von seiner knapp 5- jährigen Weltreise mit dem Motorrad berichtete. Während der Reise hatte er Francesca kennengelernt und Leonardo wurde geboren. Chris fuhr alleine mit seinem Motorrad los und kam zu dritt mit angebautem Seitenwagen wieder! (infiniteroad.ch) Auf dem HU Treffen erhielten wir von ihm eine Einladung, falls wir in der Nähe von Rom sein sollten, vorbeizukommen. So blieben wir in Kontakt und nahmen jetzt seine Einladung an. Robert konnte dort an den Motorrädern notwendige Wartungsarbeiten durchführen und wir nutzten auch die Gelegenheit für eine große Wäsche (auch die Motorradkleidung) und verbrachten schöne, entspannte Stunden mit der Familie. Natürlich freuten wir uns auch über so manchen Hinweis und Tipp von einem Weltumrunder… Danke, Grazie, Thank you an Francesca und Chris!

Francesca, Chris, Leonardo und der Opa im Weinberg
Ein kleiner gemeinsamer Ausflug zum Markt

Während dieser entspannten Tage überlegen wir unsere nächsten Ziele und erinnern uns an eine tolle Dokumentation von einer Gegend im südlichen Albanien. Von Bari in Italien geht eine Fähre nach Albanien – und die Wettervorhersage dort für die nächsten Tage ist erheblich besser, als die für Italien. Wir hatten bereits vor einiger Zeit beschlossen, Italien recht zügig zu durchfahren und jetzt sitzen wir in Bari im Hafen und warten auf die Fähre. Heute haben wir uns auch eine Kabine gegönnt, nachdem wir die letzten beiden Übernachtfähren auf dem Fußboden geschlafen hatten.

So sind wir tatsächlich nur 6 Tage in Italien gewesen und davon 4 Nächte bei Chris und Francesca….. Die Mitte Italiens – nur ein Transit für uns! So richtige Begeisterung für das Land kommt in diesen Regionen nicht auf: vieles ist extrem vermüllt (mehr als in Marokko!), die Landschaften sind zersiedelt, sehr viele Bauruinen oder verlassene Häuser, die Straßen fast ausschließlich in einem katastrophalen Zustand, und die italienischen Autofahrer befinden sich offensichtlich eher in einem Wettbewerb als auf einer Fahrt. Zudem ist es im März hier recht kalt und windig… Einige schöne Ecken haben wir in den Abruzzen gesehen, doch dort lag stellenweise noch viel Schnee.

Schnee in den Abruzzen
Schöne Orte vor einer tollen Kulisse
stolze Benzinpreise in den Bergen – orange ist Selfservice und blau ist mit Bedienung. Aber wer zahlt 31 Cent mehr pro Liter?

Wir sind jetzt total gespannt auf Albanien – einsame Gegenden, urige Ortschaften, aber auch eines der ärmsten Länder auf dem europäischen Kontinent. Wir werden es erfahren…

ride2seetheworld

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