Abschied von Portugal

Nachdem wir die Westküste Portugals verlassen und auf der Südseite ankommen, verändert sich das Bild schlagartig. Die Algarve mag wirklich schöne Ecken haben – aber die starke Besiedlung und die vielen hässlichen Ortschaften an der Küste erschrecken uns eher nach der ursprünglichen Westküste.

Durch unseren Freund Jörg hatten wir einen sehr netten Kontakt zu weiteren Deutschen, die in Portugal leben. So besuchen wir Uwe und Gudrun und die beiden zeigen uns schöne Ecken ihrer Stadt Armacao de Pera, wie die Kapelle Nossa Senhora de Roha im Sonnenuntergang. Am nächsten Tag zieht es uns nochmal nach Aljezur – wir haben tatsächlich etwas liegengelassen….(Zufall?) Und so genießen wir zum zweiten Mal eine Portion Muscheln am Amoreirastrand. Die Bude trägt den Namen „Paradies“ wirklich zurecht!

Amoreirastrand bei Aljezur

Die Entscheidung nicht wieder direkt an die Küste der Algarve zu fahren, stellt sich für uns als genau die richtige raus! Die Straßen durch die Berge sind traumhaft und total leer. Hier fahren wir stundenlang und begegnen keinem Auto – und auch keiner Zivilisation. Wiedermal ein ganz fantastischer Fahrtag! Leider sieht man auch viele Regionen, in denen es Waldbrände gab. Das sieht dann irgendwie gespenstisch und deprimierend aus. Das Hinterland kann man auch auf vielen unbefestigten Wegen durchqueren – wir wechseln immer mal den Untergrund und haben einen riesen Spaß dabei. Robert erzählt mir etwas von „main road“ und stellt sich auf die Fußrasten 😊

Die Berge der Algarve

Wie schnell man Portugal von West nach Ost queren kann… bereits am Abend kommen wir in der Nähe von Alqutim (spanische Grenze) an einem Platz vorbei, an dem verstreut 4-5 Womos stehen. Wir halten an um Wasser zu zapfen und ein freundlicher Holländer erklärt uns die Vorteile von diesem Platz. 1. Kostenfrei, 2. Super neue und saubere Toiletten 3. Grillplätze 4. Sitzgelegenheiten 5. Blick auf einen kleinen Tümpel – und auch noch die Sportgeräte, die man immer wieder in Portugal und Spanien in öffentlichen Bereichen sieht. Natürlich bleiben wir! Einfach klasse, dass es solche Plätze in Portugal gibt.

Nur das Benzin hier in der Gegend „topt“ alles bisher dagewesene: 1,64 Euro für 95 Oktanbenzin. Puh.. Alqutim liegt direkt am Rio Guadiana und wir kaufen hier im kleinsten und ältesten „Supermarkt“ Portugals ein. Sicherlich nicht ganz richtig – aber ein Erlebniss war es trotzdem. Drei alte Portuiesinnen und wir haben den Laden gut ausgefüllt 😊

Die Stadt Mértola direkt am Rio Guadiana erkunden wir zwei Tage lang – und fühlen uns rundum wohl. Unsere Unterkunft heißt Oasis und begeistert durch die süßen Katzen und den Bäumen im Hof.

Der Ausblick von unserer „Oase“ in Mértola

Hier finden wir Orangen, Zitronen, Mandarinen, Avocados und Pampelmusen und 4 tolle Katzen mit einem Katzenbaby. Aber Mértola hat wirklich noch viel mehr zu bieten: kleine Gassen, ein traumhaftes Kaffee (eher ein Balkon) hinter der Markthalle mit Blick auf den Fluß, ein (kostenfreies) Castell mit Kunstausstellung, ein typisch portugiesisches Restaurant im dem wir Wildschein und Lamm essen und ein Highlight ist der Friseurbesuch von Robert. Verständigung zwischen Männern ohne gemeinsame Sprache – sie haben sich so viel erzählt, dass wir am nächsten Tag nochmal mit Daffy & Daky herkommen.

Mértola vom Castell aus
Brücke nach Mértola
Die andere Brücke nach Mértola 🙂
Der Weg zum Castell ist steil
Ein Spanier in Portugal…

Als wir Mértola in Richtung Spanien verlassen, sind wir richtig traurig.  Robert verabschiedet sich sogar von seinen Lieblingsschildern – den gelbschwarzen Kurvenwarnungen! Und Landschaft und Wetter in Spanien entsprechen unserer Stimmung: trist, grau und langweilig!

Der Campingplatz, den wir aussuchen liegt direkt am Meer und wir haben den gesamten Strand für uns – aber auch wirklich viel schlechtes Wetter! Da auch die Vorhersage für die nächsten Tage nicht besser ist, beschließen wir die Fähre nach Marokko zu nehmen. Afrika wir kommen!

Einige Bilder zu diesem Text hatte ich bereits in der letzten Fotoserie gepostet – deshalb jetzt nicht nochmal😊

ride2seetheworld

 

1 comment

  1. Na – dann viel Spaß in Marokko. Da gibts auch viel zu entdecken.
    Lese hier immer wieder gerne!

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