Die El Salvadorianer am Wochenende zu beobachten, ist wirklich ein besonderer Spaß. In ihren Pickups wird die ganze Familie irgendwohin kutschiert – gern auch mal mit 6 bis 8 Personen – und dann wird genossen. Und genießen bedeutet hier vor allem: essen, trinken und nichts tun – miteinander.
So ein Wochenendvergnügen kann dann zum Beispiel so aussehen: Wir fahren nach Ataco, lauschen einer Sängerin im knallengen Hosenanzug, die lateinamerikanische Schlager singt, machen Fotos mit zwei Figuren auf Stelzen, kaufen Eis für die Kinder, Pupusas (gefüllte Tortillas) für alle und dann noch ein paar Tüten Chips, die aufgerissen und großzügig mit Sauce überschüttet werden. Und dann sitzt man einfach da, quatscht, lacht – stundenlang. Der kurze Spaziergang durchs Städtchen endet meist noch in einem Souvenirshop, wo man sich ein Andenken an diesen schönen Tag mitnimmt. Am Abend wird die ganze Familie wieder in den Pickup geladen (manche brauchen wegen erhöhtem Alkoholkonsum auch Hilfe) – und dann geht’s zurück nach Hause.









An einem See haben wir sogar eine Familie gesehen, die ein rotes Dreisitzer-Plüschsofa für die Oma auf dem Pickup mitgebracht hatte. Und so saß sie dann – wie eine Königin – den ganzen Samstag am See.
Die El Salvadorianer können auf jeden Fall genießen. Es gibt unzählige Restaurants, die gleichzeitig Spielplatz für die Kinder, Hängematten für die Müden, einen kleinen Zoo zum Staunen, Fotospots und verschiedenste Sitzmöglichkeiten für alle bieten. Hier geht man nicht einfach essen, bezahlt und fährt wieder heim in den eigenen Garten– hier verbringt man schon mal den ganzen Tag in einem Restaurant. Und genau solche Orte erlauben manchmal sogar das Zelten. Dafür sind wir sehr dankbar.
Vom gemütlichen Bergdorf Ataco fahren wir schließlich runter an die Küste. Mit jedem Kilometer wird es wärmer… und als wir auf die Küstenstraße kommen, können wir unsere Begeisterung kaum bremsen: der Blick auf den Pazifik! Hier waren wir wirklich lange nicht mehr. Die Wellen sind hoch, das Meer tiefblau, die Felsen steil und die Straße kurvig – ein Traum.
Wir halten an einem Restaurant mit Aussicht und bestellen Riesenkamarones. Und während wir essen, starren wir eigentlich die ganze Zeit nur aufs Meer. Diese Faszination lässt sich schwer erklären – es ist einfach… schön. Und dann sehen wir tatsächlich Wale. Drei oder vier dieser wunderbaren Tiere pusten ihre hohen Wasserfontänen in die Luft. Ein Geschenk für uns. Ein herzliches Willkommen am Meer.


Über iOverlander hatte ich ein Hostel herausgesucht, das auch Zelten im Garten erlaubt. Wir kommen an – und es gefällt mir überhaupt nicht. Die Natur ist hier vertrocknet, alles grau-braun und staubig, die nahe Straße ist laut und das Hostel wirkt auch nicht besonders einladend. Also suchen wir weiter – und finden ein paar Kilometer später das Sol Bohemio in Playa San Blas.
Genau so ein Ort, wie wir ihn lieben: ein Restaurant mit Freizeitmöglichkeiten, direkt am Strand. Und wer steht vor der Tür? Monika und Michael, die wir auf der Kaffeefarm kennengelernt hatten – und die zufällig immer Gin Tonic in ihrem Camper haben 😊
Ein Traumort. Auch wenn wir morgens unser Zelt jedes Mal auf den Parkplatz tragen müssen. Aber hey: Ab 17 Uhr sind wir ganz allein in dieser wunderbaren Anlage. Da schleppen wir unsere Villa Kunterbunt morgens und abends gern einmal durch die Gegend. (Auf dem Parkplatz schlafen wollen wir nicht.)







Von Helena und Pippa hatten wir noch eine Empfehlung für ein weiteres Restaurant in den Bergen: die Finca Macedonia. Toller Ort mit Blick ins Grüne, nachts wieder zehn Grad kälter – perfekt. Wieder lernen wir ein Gruppe Frauen kennen, die eigentlich in den USA und Canada leben, aber aus El Salvador stammen. Sie verbringen den gesamten Donnerstag hier auf der Finca Macedonia.



Und wir lernen wieder: Hier ist Wochenende kein Termin – sondern ein Lebensgefühl.
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