Farmleben und San Francisco ohne Brücke
Farmleben und San Francisco ohne Brücke

Farmleben und San Francisco ohne Brücke

Jeden Morgen gegen 4 Uhr startet das Konzert. Das Hahnenkonzert! Viele Tiere auf der Farm sind toll – aber viele Hähne sind wirklich eine Lärmbelästigung. Jeder will der lauteste sein. Und für uns bedeutet das: Die Nacht ist zu Ende.

Also: Spanisch lernen, den Tag besprechen, Kaffee kochen und frühstücken. Dann beginnt unser Arbeitseinsatz. Wir sind bei Ane und Gilberto auf der Farm Carmencita, nicht weit von San Salvador.

Über Workaway haben wir uns diesen Ort ausgesucht – also müssen wir auch die Konsequenzen tragen: Farmleben mit Dauerhahnenschreien. Selbst jetzt um 14 Uhr in der großen Mittagshitze sind die Viecher nicht still. Aber es gibt noch ganz viele andere tolle Tiere hier….

Robert lernt Gespannfahren 🙂
Marvin erklärt wo der Rückwärtsgang ist.
Es gibt über 20 Pferde hier
Faule Katzen
sehr süße Hunde
und eben diese Kameraden…

Unsere Arbeit durften wir uns aussuchen, und wir haben uns für die Reparatur der Weidezäune bei den Pferden entschieden. Gerade die jungen Tiere kommen immer wieder neugierig zu uns herüber und verschönern uns den Tag. Durch die heftigen Regenfälle in der Regenzeit und die Trockenheit im Winter sind viele Pfosten unterspült, und das Holz leidet unter Termiten und den Witterungsbedingungen.

Ich sag euch: Der neue Sockel für den wichtigsten Pfosten wird sicherlich auch ein Erdbeben der Stärke 9 überleben. Deutsche Wertarbeit …

Hier baut Robert einen Zementrührer
Sandlieferung
Verschalung entfernt – das sieht stabil aus
neue Latten passen wir auch gleich ein

Wir essen jeden Abend zusammen mit der Familie und erfahren so viel über das Leben hier, die Mitarbeiter auf der Farm und die Familie selbst. Ane ist aus der Schweiz und hat schon viele Jahre im Ausland gelebt – dadurch hat sie einen sehr guten Blick für die Besonderheiten der Salvadorianer.

Wir lauschen gespannt und lernen einiges dazu. Das ist ein ganz anderes Eintauchen in ein Land, als wenn man nur in Hotels seine Zeit verbringt.

Und wir lernen auch am eigenen Leib, wie unglaublich viel Arbeit in so einer Farm steckt – und wie romantisch im Gegensatz dazu die Bilder oft aussehen.

Farmromantik
in einem der Zimmer wohnen wir
Wäscheplatz vor der Tür
Die Suppe kocht stundenlang auf dem Feuer
Die „Pferde“ auf dem Aussichtsdeck reparieren wir auch

Bevor wir letzte Woche mit unserem Arbeitseinsatz begonnen haben, waren wir noch einmal bei Ulla und Thierry zu Besuch. Sie wohnen in der Avenida de Marañones. Was für eine tolle Adresse! Das ist die Straße der Cashewbäume. Hier wird auch die Frucht selbst verwendet – zum Beispiel für Saft. In Europa kennen wir ja meist nur die Samenkerne, die fälschlicherweise manchmal Cashewnüsse genannt werden – obwohl sie gar keine Nüsse sind.

So hängen sie am Baum
Ulla macht Saft aus der Frucht und trocknet die Samen

Und erst der Ort, in dem sie leben! Sie wohnen in San Francisco.

Nein, nicht in dem San Francisco mit der Golden Gate Bridge. Die beiden haben sich ein Haus gebaut in San Francisco Lempa – einem Ort, den man ohne Brücke erreicht. Von Suchitoto aus führt eine kleine Fähre über den Lago Suchitlán in dieses bezaubernde Dorf.

Wir mögen die beiden sehr und sind ihnen unglaublich dankbar, dass wir so viele Nächte bei ihnen bleiben durften. In ihrem Haus auf der Terrasse zu sitzen und den Blick über den See schweifen zu lassen, die frische Brise vom Wasser zu spüren und dem Mot-Mot zu lauschen. Einfach unbeschreiblich schön.

Abends schlendern wir über die Weiden ins Dorf und bestellen uns für 1 Dollar jeder eine Pupusa – das „Nationalgericht“. Alle kennen Ulla und Thierry und immer wieder halten wir für einen kleinen Schwatz. Jeder, wirklich jeder grüßt hier jeden.

Wir lieben dieses kleine Dorf am See. San Francisco Lempa – ohne Brücke, ohne große Attraktionen, ohne touristischen Trubel. Aber mit Menschen, die uns jeden Tag mit einem Lächeln begegnen.

Mit dieser unglaublichen Ruhe.
Mit diesem Ausblick.
Und mit diesem Gefühl, einfach willkommen zu sein.

Von Suchitoto nehmen wir die Fähre
Andere kommen mit dem Bus
Das Haus von Ulla und Thierry steht (noch) ganz einsam
…mit diesem Blick

ride2seetheworld

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